Leogang legt los

Wer heute nach Leogang kommt hat sofort den Eindruck einer wachsenden touristischen Region. Einige Baukräne und eine derzeit neu errichtete Seilbahn geben das Bild einer Tourismusregion mit einer Dynamik, wie sie nur in der Gründerzeit des Fremdenverkehrs üblich war.

Der Zusammenschluss der Skigebiete am Asitz und Biberg mit dem weitreichenden Flächen von Saalbach-Hinterglemm war der Startschuss zu einem Wachstum, das in letzter Zeit wenigen Orten und Regionen vergönnt war. Die Nächtigungen in Hotels haben seit 2003 um 76 % zugenommen und die Nächtigungen in der 4/5-Kategorie sogar um fast 140 % und haben damit die umgebenden Gemeinden weit hinter sich gelassen.

Das Besondere aber liegt in der Dynamik der Sommersaison, die mit der Wintersaison mittlerweile fast gleich gezogen hat. Dazu hat vor allem beigetragen das Thema Rad in all seinen Variationen zu besetzen. In der Region kommen im Bikepark die Downhiller genauso auf ihre Kosten wie Tourenradler die ein Angebot vorfinden, das für einen mehrmonatigen Urlaub reicht. Daneben gibt es natürlich umfangreiche Möglichkeiten für Rennradler oder Nutzer eines e-bikes. Mittlerweile werden im Sommer fast 300.000 Bergfahrten am Asitz gezählt und etwa 60 % beruhen auf dem Bikeangebot.

Das alles fällt einem natürlich nicht in den Schoß und ist das Ergebnis einer mehrjährigen Entwicklung. Eine Vielzahl von Veranstaltungen vor allem sportlicher Natur – gekrönt von der MTB-Weltmeisterschaft – gehört ebenso dazu wie eine Bartträger-Olympiade, die wohl vor allem PR-Nutzen gebracht hat. 

Gibt es bei so viel Erfolg auch Grund zum Nachdenken? Wer das Leogang der 90er Jahre sucht wird enttäuscht sein. Das alte Ortszentrum ist beinahe verwaist und um die Talstation der Asitzbahn ist ein neues Zentrum entstanden, das bei Schönwetter einen vollen Parkplatz aufweist und von Wanderern und Bikern wimmelt. Denkbaren Grenzen eines touristischen Wachstums ist man wohl schon recht nahe gekommen.