Crowdfunding in der Hotellerie: Aktuelle Studie zeigt Potentiale auf

In dem heute Vormittag stattgefundenen Pressegespräch, zu dem der Fachverband Hotellerie der WKO eingeladen hatte, wurden die Ergebnisse einer aktuellen Universitätsstudie zum Thema „Crowdfunding in der Hotellerie“ präsentiert. Einmal mehr konnte festgestellt werden , dass Eigenkapital oft der kritische Faktor für Betriebe ist und alternative Finanzierungsformen – wie zum Beispiel Crowdinvesting über we4tourism – neue Lösungen bieten können, um frische und innovative Projekte auf den Weg zu bringen.

Ein Jahr nach dem Launch der Crowdfunding-Plattform we4tourism, nimmt eine aktuelle Studie der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck zu den Rahmenbedingungen und Möglichkeiten dieser alternativen Finanzierungsform für die Branche Stellung. Anhand eines erfolgreichen Praxisbeispiels wird aufgezeigt, wie die Rechnung auf betrieblicher Ebene aufgehen kann.

Für den Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Siegfried Egger, braucht die Branche vor allem in zwei Bereichen – Mitarbeiter und Finanzierung – neue Lösungsmodelle und flexiblere Handhabung. „Bei der Finanzierung wurde mit dem Alternativfinanzierungsgesetz in Österreich und der ÖHT-Plattform we4tourism bereits eine Basis geschaffen, auf der wir nun aufbauen können“, so Egger.

Umfrage: Bereitschaft für Crowdfunding besteht

Für Philipp Gamper, Projektleiter des Forschungsberichts zum Schwerpunktthema Crowdfunding in der Hotellerie, beweist die Rücklaufquote zur durchgeführten Umfrage, dass bei Österreichs Beherbergern durchaus eine Bereitschaft zu dieser Finanzierungsform besteht und er unterstreicht: „Wichtig sind in diesem Zusammenhang Best-Practise-Beispiele, mit denen sich der Hotelier identifiziert.“

Der Generaldirektor der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) und Initiator von we4tourism, Wolfgang Kleemann, zeigt sich überzeugt, dass eine Crowd für ein Finanzierungsvorhaben nur dann gewonnen werden kann, wenn Emotion und Vision Hand in Hand gehen: „Beides sind die Hauptmerkmale jedes Hotelkonzepts. Wir leben in einer Zeit zunehmender Differenzierung, in der Crowdfunding über die reine Finanzierungsidee hinauswächst und auch zum Instrument der Marktforschung und vor allem als Vertriebskanal und Kundenbindungsprogramm herangezogen werden kann.“

Alternativfinanzierungsgesetz nutzen

Dies untermauert der ÖHT Sprecher mit dem Crowdfunding-Projekt Hotel Trattlerhof in Bad Kleinkirchheim, dessen Eigentümer es gelungen ist, durch Crowdfunding in Kombination mit klassischen Finanzierungs- und Förderprodukten der ÖHT eine betriebliche Neuausrichtung zu finanzieren.

Für Fachverbandsobmann Egger zeigt dieses Beispiel, wie wichtig es ist auch in wesentlichen betrieblichen Fragen neue Wege zu gehen. „Nicht immer gibt es dafür in Österreich einen geeigneten rechtlichen Rahmen. Mit dem Alternativfinanzierungsgesetz wurde ein solcher geschaffen. Für den Hotellerie-Standort Österreich ist es nun wichtig, diesen auch zu nutzen“, fasst Egger abschließend zusammen.

Fachverband Hotellerie

Der Fachverband Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich vertritt 17.000 Beherbergungsbetriebe mit 1,06 Millionen Betten. Mit über 41 Millionen Ankünften und knapp 141 Millionen Nächtigungen leistet die heimische Hotellerie einen wesentlichen Beitrag zur direkten und indirekten Wertschöpfung der Tourismus- und Freizeitwirtschaft.

Die Presseunterlagen, detailliertere Informationen zum Thema „Crowdfunding in der Hotellerie“ sowie die Studie der Uni Innsbruck stehen im Newsportal der WKO zum Download bereit.

Titelbild (c) WKÖ/Leithner

v.l.: Siegfried Egger (Obmann FV Hotellerie/WKÖ), Philipp Gamper (Projektleiter), Mag. Wolfgang Kleemann (ÖHT), Jakob Forstnig (Trattlerhof)