Rückblick und Neubeginn

Ein Rückblick im Zeitraffer lässt die Veränderungen sichtbar werden, die in den letzten Jahrzehnten das Tourismusgeschehen prägten. Nach den wilden Wachstumsjahren der 80er Jahre folgte die Zeit der Konsolidierung und der vor allem qualitativen Veränderung, die einen Zuwachs an Kapazitäten vor allem in 4- und 5-Sterne-Segment gebracht haben. Auch infrastrukturelle Investitionen wurden getätigt vor allem in Thermen, Freizeitanlagen und Beschneiungseinrichtungen.

Die massivste Veränderung ging wohl vom Medium Internet aus. Vor 25 Jahren waren Web 2.0, Ipod, Blog, Facebook, Xing, Smartphone oder Twitter & Co völlig unbekannte Kürzel. Heute sind sie in unser Leben eingedrungen. Mehr als 65 % der Anfragen in der Hotellerie kommt derzeit via Internet und dessen Nutzung nimmt nach wie vor zu.

Ein weiterer wesentlicher Veränderungsschub kam durch die Verbilligung der Flugreisen, die sowohl Fernreisedestinationen als neue Konkurrenz entstehen ließen, als auch die Reisehäufigkeit erhöhten und Städtereisen attraktiver machten. Städtetrips wurden vor zwanzig Jahren monatelang im Voraus gebucht, sind heute dagegen ein beliebtes ad-hoc-Programm fürs verlängerte Wochenende. Davon hat vor allem Wien profitiert. Flüge wurden immer billiger und die Gäste immer internationaler.

Entgegen den Befürchtungen hat sich die Hotellerie als recht krisenresistent erwiesen auch weil die künstlich niedrig gehaltenen Zinsen eine willkommene Entlastung für die meist erheblich verschuldeten Unternehmen brachte. Sie konnte aber auch bei der Eigenkapitalausstattung erstaunlich aufholen und hat sowohl im Hinblick auf die angebotene Qualität als auch die Betriebsgröße Verbesserungen erreicht.

Es liegt aber auch noch viel vor uns, was zu lösen ist. Die Gastronomie – besonders am Land sieht teilweise einer schwierigen Zukunft entgegen, die globale Erwärmung stellt den Erfolg des Wintertourismus in den Alpen mancherorts in Frage, der Aufbau des klimatisch immer attraktiver werdenden Herbstes steht erst am Anfang und ein nicht unerheblicher Teil unseres Beherbergungsangebotes verliert mangels Erneuerungskraft an Attraktivität oder wird einer anderweitigen Nutzung zugeführt.

Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft, die in den Nachkriegsjahren von Improvisation und Learning-by-Doing geprägt war, hat sich gewandelt und ist professioneller geworden und hat wohl auch das Potential künftige Herausforderungen zu meistern. Tourismus ist eine Dienstleistungsbranche. Charme und Gastfreund­schaft muss mit Professionalität und Servicekultur einhergehen.  Das wird – allen Veränderungen zum Trotz – auch dann noch Gültigkeit haben, wenn längst die Dotcom-Zeit angebrochen ist.

 

In der Tourismusbank gibt es einige Veränderungen in der Geschäftsleitung. Franz HARTL geht nach 20 Jahren Tätigkeit in der Geschäftsführung in den Ruhestand und Martin HOFSTETTER, der bisher für EFRE-Koordination und Rechnungswesen zuständig war, folgt ihm nach. Gemeinsam mit Wolfgang KLEEMANN wird er die Geschicke der Tourismusbank in den nächsten Jahren leiten. Damit ist für die Kunden Kontinuität gesichert, weil Ansprechpartner bestehen bleiben und ein bewährtes Team die Arbeit fortsetzt.