Niedrige Zinsen auf Dauer

Mit einem 3-Monats-Euribor, der gerade dabei ist auf einen weiteren negativen Rekord zu fallen, haben manche Kreditnehmer sich an die komfortable Zinslandschaft gewöhnt. Da unsere südlichen Nachbarländer die Zeit noch zu wenig genützt haben, ihren Staatshaushalt zu stabilisieren, wird man wohl noch eine zeitlang mit niedrigen Zinsen rechnen dürfen.

Trotzdem darf man nicht der Versuchung unterliegen aufgrund der niedrigen Kosten für das Fremdkapital eine höhere Verschuldung zuzulassen, als man es in der vergangenen Periode mit deutlich höheren Zinsen getan hat. Aus diesem Grund sollte in einem Business-Plan auch von einem Plan-Zinssatz von beispielsweise von 5 % ausgegangen werden und die Finanzierung so eingerichtet werden, dass auch in diesem Fall die Liquidität problemlos aufrechterhalten werden kann.

Aber auch sonst macht es Sinn ein mögliches künftiges höheres Zinsniveau in Betracht zu ziehen aber auch Schritte einzuleiten dieses möglichst auch in Zukunft genießen zu können:

Fixzinssätze sind zwar immer etwas teurer als der aktuelle variable Zinssatz. Sie können jedoch langfristig dazu beitragen den Anstieg der Zinslast zu bremsen.

  • Geförderte Kredite sind einerseits günstiger als am kommerziellen Kapitalmarkt angebotene Kredite und werden beispielsweise wie der ERP-Kredit nur bei sehr substantiellen Zinssteigerungen angepasst. Zudem gibt es einige Aktionen, wo die jeweiligen Bundesländer, die Zinsen übernehmen.
  • Für die von den Banken verrechneten Zinssätze ist das erwartete Risiko ein wesentlicher Kalkulationsbestandteil. Aus diesem Grund kann die Übernahme des Risikos durch erstklassige Sicherheiten (etwa Bundeshaftung) die Zinsbelastung reduzieren.
  • Auch die Hereinnahme eines Partners, der Eigenkapital in eine Projektfinanzierung einfließen lässt, kann zur Stabilität der Finanzierung beitragen. So betrachtet hat beispielsweise Crowdfunding nicht nur eine Funktion zur Geldbeschaffung sondern der höhere Anteil an Risikokapital sollte sich durchaus günstig auf die Möglichkeiten der Beschaffung von Fremdkapital und dessen Kosten auswirken.

Die Tourismusbranche gehört zweifellos auch zu den Profiteuren der Niedrigzinsphase. Irgendwann werden wir aber wieder aus dem Zinsparadies vertrieben werden. Diese Zeit sollte jetzt schon in unsere Überlegungen einbezogen werden und auch die Zwischenzeit dazu genutzt werden dafür eine gute Ausgangslage zu haben.