Schicksalsgemeinschaft Tourismus

In den vergangenen Tagen wurde in der Presse an einigen Beispielen aus Tirol und dem angrenzenden Südtirol die Schicksalsgemeinschaften zwischen Bauern, Hoteliers und Seilbahnern  dargestellt. Sie ist oft sehr eng vor allem dann, wenn der Tourismus alles ist, was eine entlegene Bergregion vor Arbeitslosigkeit und Abwanderung bewahrt.

Die Landwirtschaft als Einkommensquelle ist im Vollerwerb schon lange nicht mehr zukunftstauglich. Aber das Bauerneinkommen wird durch Nebenerwerb im Tourismus und als Entgelt für Landschaftspflege soweit verbessert, dass ein Auskommen möglich ist.

Schließlich brauchen die Landwirte die Seilbahnen, die ihnen zusammen mit der örtlichen Hotellerie und Gastronomie Produkte wie Fleisch, Eier, Nudeln, Milch und Käse abnehmen. Und die Seilbahner brauchen das Lokalkolorit samt dem Grauvieh, der kultivierten Almlandschaft und den Streicheltieren, um ihren Urlaubern ein intaktes und pittoreskes Ökosystem präsentieren zu können.

Für das Funktionieren des wirtschaftlichen Ökosystems Einwohner ist es jedoch von Vorteil, wenn jeder davon profitieren kann und das auch begreifbar gemacht wird. Der Tourismus entwickelt sich in entlegenen Regionen zur meist einzigen Erwerbsmöglichkeit, die Abwanderung und Flucht in die Städte stoppen kann. Dazu braucht es jedoch zukunftstaugliche Konzepte sowohl für den Sommer als auch für den Winter. Ein Seilbahner hat es in einen Satz zusammengefasst: „Das Angebot auf dem Berg muss funktionieren, damit das Dorf funktioniert.“