Bilanzzahlen 2015 – die Krise ist überwunden

Nun liegen ausreichend Bilanzdaten aus dem Jahr 2015 vor, um einen Blick in die Ertragslage der Hotellerie zu wagen. Das Beste gleich vorweg: Die Krise scheint überwunden und der GOP pro Zimmer hat in den letzten drei Jahren in der 3-Sterne-Hotellerie um 8 % auf rd. EUR 5.300 zugenommen. In der Qualitätshotellerie konnte diese Kennzahl sogar um mehr als 20 % auf EUR 9.700 gesteigert werden.

Geht man der Frage nach dem Ursachen für diese erfreuliche Entwicklung nach, so sind es in der 3-Sterne-Hotellerie eher Rationalisierungserfolge, die zum Tragen kommen während die 4- und 5-Sterne-Hotellerie sowohl Auslastung als auch Preis und damit das Ergebnis verbessern konnte.

Die gestiegene Wirtschaftlichkeit hat sich natürlich auch in der Bonität niedergeschlagen. Die Eigenkapitalausstattung wurde in der Mittelklasse-Hotellerie auf einem Niveau von 7 % gefestigt und bei den Unternehmen der Luxusklasse ist sogar eine weitere Verbesserung auf fast 15 % möglich geworden. Gleichzeitig konnte auch die Entschuldungsdauer auf zehn bzw. auf zwölf Jahre gesenkt werden. Dazu haben allerdings neben dem Ertragsfortschritt auch die niedrigen Zinsen einen wesentlichen Beitrag geleistet.

Das hat in der Folge sogar zu einem unerwarteten Zurückdrängen der Bank als Finanzierungs­partner geführt. In den letzten drei Jahren ist das Ausmaß der Bankfinanzierung an der gesamten Aktiva in der Qualitätshotellerie auf 67 % gesunken in der Mittelklasse-Hotellerie sogar auf 50 %. Neben den Kreditinstituten kommen offenbar auch andere Kapitalquelle zum Tragen und das obwohl die Zinsen derzeit durchaus verkraftbar scheinen. Offenbar wurde die Zeit der Zurückhaltung bei den Investitionen dazu genutzt, Schulden abzubauen um eine bessere Ausgangslage für die Zukunft zu haben.

Allen Sorgen über die erdrückende Macht von booking.com & Co. zum Trotz scheint es zu gelingen, die notwendigen Preise durchzusetzen und das Produkt Urlaub in Österreich sowohl im Sommer als auch im Winter zu festigen. Das schafft eine gute wirtschaftliche Ausgangslage für die Bewältigung der Zukunft. Da bleibt nur zu hoffen, dass es sich bei diesen Zahlen um keine Eintagsfliegen handelt, sondern dass wir auch über das Jahr 2016 sagen können, dass es ein gutes war.

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