Mittelstandsfinanzierung 2016

Eigentlich müssten für die Unternehmen die Welt in rosarot leuchten: Die Kreditzinsen sind niedrig wie noch nie und nachdem die Wirtschaftskrise überwunden ist (oder deren Auswirkungen als Normalität empfunden werden), weicht auch die restriktive Haltung der Kreditinstitute wieder mehr dem Pragmatismus und mittelständische Unternehmen werden wieder als willkommene Zielgruppe wahrgenommen. So sehen es zumindest Studien, die die Rahmenbedingungen für Finanzierungen in Österreich und Deutschland beleuchten.

Da in Deutschland und noch mehr in Österreich die Bankfinanzierung nach wie vor die am häufigsten in Anspruch genommene Kapitalquelle darstellt, sind die wieder geöffneten Kredithähne eine wichtige Voraussetzung für die Fortentwicklung der KMUs. Während der Bedarf an Banksicherheiten nach wie vor als hoch angesehen wird, kommen eigenkapital­schwache Unternehmen nun wieder eher zu Geld.

Etwas erstaunlich fällt die Diskrepanz zwischen tatsächlicher Finanzierung (Innenfinanzierung aus dem Cashflow, Bankkredit und Eigenkapital), die sich also sehr traditionell darstellt und der erwarteten Bedeutung von Crowdfunding, Hybridkapital und Gesellschafterdarlehen aus. Letztere werden faktisch kaum genutzt, allerdings wird allgemein erwartet, dass sie in künftigen Finanzierungsvorgängen eine wesentlich wichtigere Rolle spielen werden als heute. Unternehmen sehen in alternativen Finanzierungsformen eine Bereicherung des künftigen Angebotes in der Unternehmensfinanzierung sehen sich jedoch als eher uninformiert und nicht kompetent diese schon jetzt selbst zu nutzen. Der Einfluss des Ratings wird generell als hoch angesehen und es wird versucht, durch Vorbereitung auf das Bankgespräch aktiv das Ratingergebnis zu verbessern.

Der Umgang mit den traditionellen Finanzierungsformen wird also mehr und mehr zur Routine. Alternativen sind zwar bekannt, ihre Nutzung ist jedoch zweifellos ausbaufähig.