Hotellerie zahlt hohe Zinsen

Die Tourismuswirtschaft hat selbst viel dazu beigetragen, die Voraussetzungen für Finanzierungen zu verbessern. Insbesondere was das Eigenkapital anlangt sind deutliche Fortschritte erreicht worden  – und das in Zeiten, wo im Hinblick auf die Erträge nicht alles Wonne und Freude war. Auch im Vergleich zum produzierenden Teil der Volkswirtschaft konnten wesentliche Katastrophen vermieden werden und soweit es Nächtigungen betrifft sind ohnedies Erfolgsmeldungen mehr die Regel als die Ausnahme.

Da ist es dann doch erstaunlich, dass im Vergleich der durchschnittlichen Zinsbelastung für Bankkredite in der Vergangenheit die in letzter Zeit beispielsweise den Hotelbetrieben der Vier-/Fünf-Sterne-Hotellerie angelasteten Zinsen über dem Durchschnitt der Zinsen der Gesamtwirtschaft liegen.

Zinsen Tourismus
Zinsen in Hotellerie und Gesamtwirtschaft

Zu Beginn dieses Jahrtausends wurde die Tourismuswirtschaft – wohl aufgrund vorhandener hypothekarischer Sicherheiten – besser behandelt als die Wirtschaft insgesamt. Diese Zeiten sind lang vorbei und änderten sich mit der Einführung von Basel II und dem Einfluss des Ratings auf die Zinssatzgestaltung. Der Ausbruch der Finanzkrise im Jahre 2008 ließ die sogenannten Liquiditätsaufschläge in der Zinssatzgestaltung entstehen, wo ein Wirtschaftszweig aufgrund des Bedarfs für langfristige Finanzierungen dann zweifellos teuer abschneiden musste. Das insgesamt sehr niedrige Zinsniveau hat diese zusätzliche Belastung verkraftbar gemacht und so haben die Unternehmen die Mehrbelastung bisher ohne Protest hingenommen.

Die durchschnittliche Mehrbelastung hat im vergangenen Jahr rund 100 Basispunkte (oder 1 %) im Vergleich zur Wirtschaft insgesamt ausgemacht. Aktuell sind die Liquiditätsauf-schläge wieder rückläufig, ganz verlieren werden wir sie jedoch auf absehbare Zeit wohl kaum. Übrigens: Bei TOP-Impuls- und ERP-Krediten werden diese Aufschläge nicht verrechnet.