Finanzieren in Zeiten der Niedrigzinsen

Seit einigen Jahren beschäftigt jetzt schon die Finanzkrise Wirtschaftsforscher und Politik. Auch die Schuldenkrise mancher Staaten in der Eurozone ist noch nicht ausgestanden und Griechenland ist nur durch andere Themen wie Flüchtlingskrise oder Terror in Europa kurzfristig verdrängt. Um da nicht auch die nur langsam sich erholende Konjunktur zu beunruhigen, kommt vonseiten der EZB das Signal, dass die Notenpresse weiter in Betrieb bleiben wird. Das hat zur Folge, dass die Zinsen in den nächsten Monaten weiter niedrig bleiben werden und die Sparer auf diese Weise weiter die Zeche zahlen.

Für Kreditnehmer hat es die zumindest vorübergehend angenehme Konsequenz niedriger Kreditzinsen und damit der Reduktion der Zinslast vor allem für Wirtschaftszweige wie den Tourismus, der sich ja nach wie vor hauptsächlich über Fremdkapital finanziert.

Aus den aktuellen Zinsprognosen lässt sich erkennen, dass das freundliche Zinsniveau voraussichtlich auch noch im nächsten Jahr anhält. Trotzdem ist jedoch zu erwarten, dass es 2017 damit vorbei ist. Derzeit werden in Deutschland bereits rund 80 % der neuen langfristigen Kreditverträge mit Fixzinssätzen abgeschlossen. Diese sind wohl derzeit etwas teurer als vergleichbare variable Sätze bringen aber doch die Gewissheit mit sich, dass ein möglicher Zinsanstieg weitgehend ohne Benachteiligung verkraftet werden kann.

Um das derzeit günstige Zinsniveau auch für künftige Jahre zu sichern, bieten sich auch geförderte Kredite wie etwa der ERP-Kredit an, der derzeit mit 0,5 % während der Anlaufzeit und 0,9 % während der Rückzahlungszeit zeitgemäß günstig ist. Auch hier ist auf absehbare Zeit keine Zinsanpassung zu befürchten, weil der dafür erforderliche Auslöser in absehbarer Zukunft nicht erreicht wird.

Es ist also an der Zeit bei der Hausbank Fixzinssätze oder Zinscaps in Betracht zu ziehen oder bei Förderungskrediten jene Produkte zu wählen, die eine weitgehende Zinsstabilität erwarten lassen.