Über die Zukunft des Hotels

Eine beachtliche Zahl von Experten hat sich vergangene Woche in Magdas Hotel über die Zukunft des Hotels ausgetauscht und inspirieren lassen. Ein Haus, das selbst eine mehr als ungewöhnliche Entstehungsgeschichte aufweist, neue Wege in der Entstehung und Finanzierung beschritten hat und dessen Personal hauptsächlich aus Migranten und Flüchtlingen besteht, die oft noch unbeholfen aber mit Herzlichkeit ihren Dienst verrichten, ist ein guter Boden um Neues zu denken.

Ein philosophischer Beitrag hat angeraten, bei der Verwirklichung eines neuen Zuganges gedanklich weit auszuholen und sich auch mit den Änderungen der Rahmenbedingungen auseinander­zusetzen. Diese wurden von der ÖW vorgestellt und zeigen teilweise Erstaunliches: Die Europäer werden rasch urban und leben zum Großteil in Städten. 85 % der Deutschen machen mittlerweile Alltagssport in der Stadt. Die digitale Welt hat alle Lebensbereiche erreicht und ist in unsere berufliche und private Welt weit eingedrungen. Sie wird aber schon längst nicht mehr vom PC oder Laptop aus sondern vom Smartphone aus bedient. Anwendungen sind daher in erster Linie für den mobilen Nutzer zu entwerfen – auch wenn der älteren Generation dieser Zugang manchmal noch schwer fällt.

Im Urlaub – denn man digital gebucht hat – freut man sich allerdings auf die analoge Welt, ein gutes Bett, Herzlichkeit und Storytelling, das die Hintergründe der Region oder des Betriebes verständlich und besser begreifbar macht.

Dabei taucht auch durchaus der eine oder andere Widerspruch auf: Die Gäste haben es einerseits gerne klein, familiär und überschaubar. Aber andererseits ist manche Urlaubserwartung wie etwa nach Wellness- und Entspannungseinrichtungen oder der Umgang mit Big Data leichter von Unternehmen zu erfüllen, die der familiären Betriebsgröße schon entwachsen sind.

Die Treiber für Veränderungen werden einmal in der Tatsache geortet, dass die Gestehungskosten für Hotelzimmer längst nicht mehr zu den erzielbaren Preisen passen. Die Urlaubssehnsucht manifestiert sich jedoch nicht mehr in Dimensionen wie Zimmerflächen und deren Qualität. Es ist das schwer zu ortende und zu schaffende MEHR wofür der Gast bereit ist, jeden Preis zu zahlen.

Dieses Neue, dieses Besondere muss allerdings nicht die knallende Innovation sein. Es wurde zu Recht darauf verwiesen, dass auch etwa die bis vor kurzem sehr erfolgreiche deutsche Autoindustrie in den letzten Jahrzehnten keine revolutionären Veränderungen sondern permanente kleine Verbesserungen verwirklicht hat. Auch die Hotellerie muss nicht notwendigerweise zum „Schlafen im Iglu“ wechseln. Eine gute Balance zwischen dem Bewahren von Überlieferten und behutsamen Veränderungen wird in den meisten Fällen wohl eher zum Erfolg führen.