Bevor die Blase platzt

Die Wirtschaftsgeschichte der vergangenen Jahre hat schon einige Blasen platzen sehen, die in der Folge zu Turbulenzen in der Wirtschaft geführt haben. Waren es vor kurzem die überzogenen Aktienkurse in China, die Dotcom-Blase oder die berühmte Immobilienblase in Spanien. Normalität ist oft erst nach einer schmerzlichen Korrektur nach unten wieder eingekehrt.

In der Tourismuswirtschaft ist in letzter Zeit eine auf den ersten Blick kaum verständliche Investitionszurückhaltung festzustellen gewesen. Währen in der Zeit der ausbrechenden Wirtschaftskrise weiter kräftig investiert wurde, ist jetzt eine sehr zögerliche Haltung festzustellen, die auch von niedrigen Zinsen und ersten zarten Anzeichen für eine Konjunkturbelebung nicht geändert wird.

Nur wenn man tiefer in das Zahlengefüge der Bilanzdaten eindringt wird ersichtlich, dass eine wahrscheinliche Erklärung in der Korrektur eines recht heftigen Investitionstempos der Vergangenheit liegen könnte. In den letzten zehn Jahren ist die durchschnittliche Aktiva eines Unternehmens der Qualitätshotellerie um immerhin 67 % gewachsen. In diesem Zeitraum hat der GOP (Gross Operating Profit) pro Zimmer nur um 37 % zugenommen. Da braucht es kein großes wirtschaftliches Fachwissen, um zu wissen, dass diese Entwicklung nicht ewig so weitergehen kann, soll sie nicht einmal in einem Katastrophenszenario und damit einem Ende aller wirtschaftlichen Träume enden.

Angesichts der kaum sich verbessernden Rentabilität von Investitionen in der Hotellerie, die vor allem in der Unmöglichkeit des Durchsetzens kostendeckender Preise liegt, ist eine der Konsequenzen, Investitionsmaßnahmen entweder auf das unbedingt Erforderliche zu beschränken. Eine andere Konsequenz ist es, darauf zu achten, dass nur jene Maßnahmen verwirklicht werden, die auch eine gleichzeitige Anhebung der Ertragskraft erwarten lassen. Andere Wirtschaftszweige sind manchmal unerwartet mit dem plötzlichen Ende der Euphorie konfrontiert worden. Im Tourismus ist jedenfalls zu beobachten, dass scheinbar rechtzeitig Korrekturen vorgenommen werden, bevor die Träume endgültig platzen.