Wie umgehen mit dem Zinsrisiko?

Die Zinsen sind derzeit noch auf einem historischen Tiefstand. Die Hotellerie hat zum Großteil variable Kredite, die meist eine Bindung an einen Euribor-Wert aufweisen in den Büchern. In Zeiten einer Niedrigzinsphase wird das Risiko einer Zinsänderung meist vernachlässigt.

Gefährlich kann es überall dort werden, wo fixe Einnahmen auf variabel verzinste Kredite stoßen. Das gilt natürlich für einen Großteil der Hotellerie, die langfristig nur mäßig steigerbare Einnahmen aufweist und die Kredite mit einer variablen Zinsbindung versehen hat.

Doch Experten sehen das Ende der Talsohle bei den Finanzierungskosten kommen. Der 3-Monats-Euribor – so wird erwartet – soll voraussichtlich noch während des ganzen Jahres 2015 auf sehr niedrigem Niveau bleiben. Die Liquiditätsaufschläge haben sich allerdings seit April dieses Jahres nur mehr nach oben bewegt und damit sind die Zinsen im Langfristbereich im Steigen.

Als Indikator für die langfristige Zinsentwicklung wurde übrigens schon im April dieses Jahres ein neuer Indikator eingeführt, der die SMR (Sekundärmarktrendite) ersetzen soll. Das neue Kürzel heißt UDRB und steht für „Umlaufgewichtete Durchschnittsrendite für Bundesanleihen“ und zeigt seit seiner ersten Veröffentlichung eine stetige Entwicklung nach oben, was auch als Indikator für eine Bewegung der Zinsen am Markt für langfristige Finanzierungen interpretiert werden kann.

Welche Optionen bieten sich nun für Unternehmen, die drohende Zinserhöhungen zumindest teilweise ausschließen möchten?

Mit einem Zinscap wird eine Versicherungsprämie dafür gezahlt, dass bei steigenden Zinsen keine höheren Finanzierungskosten entstehen. Auch ein Zinsswap hat eine ähnliche Wirkung. Cap und Swap können übrigens jederzeit abgeschlossen werden also auch noch jetzt für bestehende Kredite.

Weitere Möglichkeiten sind der Abschluss einer Fixzinsvereinbarung insbesondere bei neu eingeräumten Krediten und natürlich auch ein Förderungskredit, der wie zum Beispiel der ERP-Kredit eine Zinsanpassung erst dann vollzieht, sobald ein 12-Monats-Euribor-Wert von 3 % überschritten wird.