Der Tourismus braucht Regionalbanken

Banken sind für heimische Klein- und Mittelbetriebe nach wie vor die wichtigsten Finanzierungsgeber. Noch – denn die Kreditvergabe wird selektiver und weil mit jedem Kreditkunden belastende Auflagen verbunden sind (Know-your-Customer, Geldwäsche etc.) sinkt die Bereitschaft zunehmend, sich mit kleinen Kreditengagements herumzuschlagen.

Manfred Kohl weist zurecht darauf hin, dass gerade kleine Unternehmen auf regionale Banken angewiesen sind: „Die Tourismuswirtschaft ist ein leidtragendes Beispiel der regulatorischen Bestimmungen für Banken. Das normale Kreditgeschäft wird überreglementiert und die wahren Risiken (Investmentbanken) werden nicht unter Kontrolle gebracht. Die Banken sollten mehr Mut zeigen. Aber wie soll das funktionieren, wenn die Risikomanager in den zentral geführten Instituten den Kunden nicht kennen und die Vorstände sich nicht trauen, gegen die Risiko­manager aufzustehen? Je größer die Bank, desto kritischer wird’s für den Tourismus, weil die Nähe zum Kunden fehlt und man touristische Projekte nicht vom Schreibtisch aus entscheiden kann.“

Die Bankfinanzierung ist im Tourismus schon seit längerem still und leise am Rückzug. Das bedauerliche ist, dass die Banken von den Regulativen umso stärker betroffen sind, wenn sie klein sind. Die kleinen Regional- und Lokalbanken waren es aber, die in erster Linie kleine Gewerbebetriebe finanziert haben.

Alternativen zur Bankfinanzierung sind nur zögerlich sichtbar: etwa Crowdfunding oder Private Equity. Schuldscheindarlehen sind nicht einfach zu administrieren und nur für größere Investments sinnvoll. Nachrangdarlehen gibt es nur sehr vereinzelt. Was aber vor allem fehlt ist eine Börse, die Angebot und Nachfrage zusammenbringt. Es ist an der Zeit sich sehr ernsthaft mit Alternativen zu befassen. Frustrierte Anleger soll es ja mittlerweile geben, die mit der Sparbuchverzinsung nicht mehr länger glücklich sind.