Bankenkommunikation

Seit dem Auftreten der Finanzkrise sind Banken mit einer Flut an bürokratischen Anforderungen konfrontiert. So müssen sie etwa dafür sorgen, dass Geldwäsche und Terrorismus­finanzierung hintangehalten werden und sowohl der wirtschaftliche Eigentümer als auch der wirtschaftliche Hintergrund von Zahlungen durchgehend transparent und gesetzeskonform sind. Die Umsetzung all dieser neuen Bestimmungen erfordert nicht nur einen zusätzlichen beträchtlichen Aufwand sondern auch einiges an Mühen für die Kreditnehmer.

Die vonseiten des Kreditnehmers zur Verfügung gestellten Informationen können einerseits die Kommunikation Kreditnehmer – Bank und den gesamten Ablauf verbessern und andererseits als sogenannte „weiche Faktoren“ durchaus auch ratingverbessernd wirken.

Der Informationsaustausch mit den Kapitalgebern hat bisher manchmal zu wünschen übrig gelassen. Die zeitgerechte Vorlage des Jahresabschlusses sowie weiterführender wirtschaftlicher Daten über das Unternehmen wird in Zukunft ebenso in die Beurteilung des Kreditnehmers einfließen, wie die rechtzeitige Information über beabsichtigte große Investitionsvorhaben. Die erhöhte Transparenz über das unternehmerische Geschehen aber auch das von Kreditnehmer­seite eingesehene Ergebnis des Rating-Prozesses werden zur weiteren Professionalisierung beitragen.

Von Unternehmerseite sollten nachfolgende Informationen umfassend und rechtzeitig bereitgestellt werden:

  • Jahresabschluss samt ergänzender wirtschaftlicher Informationen (Nächti­gungs­zahlen, Auslastung, Kennzahlen, Vergleichswerte, etc.) sollten im Rahmen der gesetzlichen Fristen (fünf Monate nach Bilanzstichtag bei Kapital­gesellschaften und neun Monate bei Personen­gesell­schaften) vorgelegt werden.
  • Die Vorlage eines Business-Plans zur wirtschaftlichen Unter­mauerung von Vorhaben erleichtert die Argumentation gegenüber Kapitalgebern, beweist Planungs-Know-how und erleichtert den Einblick in die wirtschaftlichen Aus­wir­kungen von Investitions­plänen. Diese Planrechnungen sind vor allem für Unternehmens­gründer von Bedeutung, die noch auf keine Erfolgshistorie verweisen können. Im Zusammenhang mit neuen Investitionsprojekten ist vor allem darauf zu achten, dass die wirtschaft­lichen Auswirkungen der Investition gut argumentierbar sind.
  • Verbesserung der Kommunikation Bank/Kreditnehmer und Information über einschneidende Veränderungen (Betriebsübergabe, große Investitionsvorhaben, steuerschonende Bilanzierungsaktivitäten etc.) sind wichtige vertrauens­bildende Maßnahmen.
  • Absehbare Zahlungsprobleme aufgrund eines unglücklichen Geschäftsverlaufes sollen rechtzeitig mit der Hausbank besprochen werden, damit einerseits Tilgungs­freistellungen vereinbart und andererseits Verzugszinsen vermieden werden können. Neu im Zusammenhang mit den neuen Risikoeinstufungen ist auch eine Liste von Unternehmen sein, deren Forderungen 90 Tage überfällig sind. Diese Unternehmen sind in der Klasse der gefährdeten Unternehmen – mit Auswirkungen auf Eigenkapital­unterlegung und Risiko­zuschlag – zu führen. Die rechtzeitige Kontaktaufnahme vor Fälligkeit von Zinsen oder Kapitaltilgungen ist daher in jedem Fall zu empfehlen.

Durch den mit dem Rating verbundenen notwendigen Informations­austausch sollen letztendlich sowohl Bank als auch Kunde gewinnen. Die aktive Kommunikation und Beratung unterstützt die Bonität der Kreditnehmer und durch die verbesserte Bonität der Kunden gewinnt auch die Risikostruktur des Portefeuilles einer Bank an Qualität. Geringere Kreditausfälle führen auf mittlere Sicht zu günstigeren Kostenstrukturen im Kredit­ge­schäft, wovon auch wieder die Kunden profitieren sollten. Eine verbesserte Kommunikation kann zu einem besseren Rating des Kreditnehmers führen und daraus kann eine Win-Win-Situation für Kunde und Bank resultieren.