Wenn die Crowd den Umbau finanziert

Demnächst wird in Wien ein Hotelneubau eröffnet, der mittels Crowdfunding realisiert wurde.

Heute wurde eine neue Plattform für Crowdfunding in der Hotellerie vorgestellt, die aus einer Kooperaton von Conda und Furnirent entstanden ist.

Schon mit EUR 300 kann man sich da als Anleger beteiligen und erhält dafür Hotelgutscheine für insgesamt EUR 600. Diese können auch weitergegeben werden und sind über eine Laufzeit von zehn Jahren einzulösen. Der Anleger erhält so eine Verzinsung, die weder bei Anleihen noch bei anderen seriösen Anlageformen je erreicht werden kann.

Der Hotelier gewinnt einen Stammgast, kann seine Investition ohne Beteiligung einer Bank und ohne Belastung seines Grundbuches finanzieren. Seinen Betrieb kann er auch einem völlig neuen Kundenkreis vorstellen. Ohne Zweifel ist es erfreulich, wenn sich für Hoteliers neue Finanzierungsmöglichkeiten auftun und neue Marketingschienen entstehen können.

In jedem Fall lohnt es sich einen Blick auf die Kosten des Kredites zu werfen. Gelingt es nicht oder nur in geringem Umfang zusätzliche Gäste anzusprechen und kaufen nur die ohnedies schon bestehenden Stammgäste die Gutscheine, um günstig wohnen zu können, entstehen Kreditkosten jenseits der 10 %. Werden jedoch zusätzliche Gäste gewonnen, die auch über den durch den Gutschein abgedeckten Umsatz weitere Ausgaben tätigen, kann es durchaus Sinn machen über solche oder ähnliche Finanzierungs­modelle nachzudenken.

Es ist erfreulich, dass es sich offenbar lohnt, Tourismusinvestitionen einem Anleger­publikum anzubieten und sich als interessante Investmentalternative schon für kleine Beträge darzustellen. Es lohnt sich jedenfalls aber auch den Rechenstift zu spitzen und darüber nachzudenken, ob der erwartete Gesamtnutzen gegeben ist.