Die Nuller-Jahre

Der G-20-Gipfel in Brisbane hatte u.a. auch die mangelhafte Bewältigung der Wirtschaftskrise in Europa zum Gegenstand. Es herrscht Null-Wachstum, die Zinsen bewegen sich ebenfalls auf dem Null-Niveau (trotzdem sind die dringend benötigten Investitionen nicht in Sicht) und insgesamt herrscht Null-Ahnung wie aus dem Konjunkturtief wieder herausgefunden werden soll.

Auch die Wirtschaftspolitik kennt in der Hauptsache zwei Strömungen, die wenig dazu beitragen, einen Ausweg zu finden. Zum einen werden Investitionen um jeden Preis gefordert um die lahme Konjunktur wieder in Schwung zu bringen und zum anderen wird zum strikten Sparen aufgefordert, um die strapazierten Staatsbudgets wieder in Ordnung zu bringen.

Die Frage sollte wohl nicht lauten Investieren oder Sparen sondern Investieren mit welchen Zielsetzungen und in welche Produkte. Letztendlich geht es darum, die Zukunft zu bewältigen und da braucht es neue Ansätze. Diese können von neuen Unternehmen kommen oder Unternehmen, die sich dank guter Ideen weiterentwickeln werden. Die kleinen Unternehmen, von denen in Österreich viele vorhanden sind, haben in der Vergangenheit wesentlich dazu beigetragen, der Wirtschaft Schwung zu verleihen oder etwa den Tourismus umzubauen.

So hat etwa die Zahl der Wellnesshotels – die über ein weitgehend eigenständiges Angebot unabhängig von der sie umgebenden Destination verfügen – in den letzten zehn Jahren um 148 % zugenommen und die Zahl der Betten in der 4- und 5-Sterne-Kategorie ist um 22 % gestiegen, während die Zahl der 2- und 1-Sterne-Betten um 30 % abgenommen hat. Es ist wohl auch diesen Betrieben mit einem eigenständigen und auch weitgehend wetterunabhängigen Angebot zu verdanken, dass wir den vergangenen Sommer, der ja auch nicht gerade von gutem Wetter geprägt war, so gut überstanden haben.

Genauso sinnvoll und notwendig kann es sein, in touristische Infrastruktur zu investieren oder in Straßen, Flughäfen oder erneuerbare Energie. Die Frage kann also nicht lauten investieren oder sparen sondern investieren in zukunftsträchtige Projekte, die einen entsprechenden Return on Investment für die Volkswirtschaft erwarten lassen.

Dafür braucht es neben etwas Optimismus vor allem eine funktionierende Finanzierungs­landschaft: kurz Rahmenbedingungen, die einen unkomplizierten Zugang sowohl zu Anleger- als auch zu Fremdkapital möglich machen. Null-Zinsen allein sind da offenbar zu wenig.