Drei-Stern-Kategorie holt auf

Bisher gehörte es zu den Binsenweisheiten, dass die 3-Sterne-Kategorie weder in Auslastung noch Preis oder Eigenkapitalausstattung sich mit der Luxusklasse messen konnte. Die gerade im Abklingen befindliche Wirtschaftskrise hat aber auch da einige Verschiebungen nach sich gezogen.

Besonders bei den Kennzahlen zur Bemessung der wirtschaftlichen Stabilität von Unternehmen haben die 3-Stern-Unternehmen ihre Kollegen aus der Luxuskategorie bereits überholt (Entschuldungs­dauer) und  bei der Eigenkapitalausstattung ist der Gleichstand erreicht.

Wenn man nach den Ursachen sucht, wird augenfällig, dass die Unternehmen der Drei-Stern-Qualität die Auslastung steigern konnten und 2013 mit 133 VBT ihr bestes Ergebnis erreicht haben. Im Vergleich dazu mussten die Mitglieder der Qualitätshotellerie einen Auslastungs­rückgang hinnehmen und müssen die hohen Preise mit immer höherem baulichen Luxus rechtfertigen. Dadurch steigt die Zinsbelastung am Umsatz auf 4,8 % während die Belastung des Umsatzes mit Zinszahlungen bei den Unternehmen der 3-Sterne-Hotellerie nur 3,8 % ausmacht.

Die 3-Stern-Unternehmen konnten die aus der Immobilie resultierenden Fixkosten (Abschreibung, Zinsen, Betriebskosten) besser weckstecken als ihre Kollegen aus der Luxusbranche. Es sind also die hohen Immobilienkosten, die aus vergangenen üppigen Investitionsrunden resultieren und die in wirtschaftlichen Abschwungphasen zum Klotz am Bein werden können.

Es versteht sich von selbst, dass eine künftige Zinserhöhung auch die Luxushotellerie, deren Anlagevermögen zu 75 % von den Banken finanziert ist,  schwerer treffen wird als die bescheideneren Anbieter, die im Durchschnitt nur zu 70 % von Bankfinanzierung abhängig sind.

Insgesamt soll keineswegs der bislang erfolgreiche Weg des Umbaues des heimischen Angebotes in Richtung Qualität in Frage gestellt werden. Aber das sorgfältige Überdenken von nachfolgenden Investitionsschritten und deren Dimensionierung ist jedenfalls anzuraten. Unternehmen, die erfolgreich in der Drei-Sterne-Kategorie positioniert sind, ist nicht notwendigerweise ein Sprung in  die nächst höhere Kategorie zu empfehlen. Weniger Ballast in Form von Anlagevermögen und daraus resultierende niedrige Fixkostenschwelle kann sich in schwierigen Zeiten als Vorteil herausstellen.