Investieren in den Sommer

Die bisherigen Zahlen über den heurigen Sommer lassen – nach vielen erfreulichen Steigerungen – heuer einen Rückgang erwarten, der vor allem die Seengebiete trifft. Da stellt sich natürlich die Frage ob das einfach wie das Wetter naturgegeben hinzunehmen ist oder ob es auch an attraktiven Angeboten fehlt.

Ein Blick in die Statistik der Infrastrukturinvestitionen, die von der Tourismusbank in den vergangenen Jahren unterstützt wurden, zeigt insgesamt einen deutlichen Rückgang. Wurden 2007 noch rund EUR 70 Mio. in infrastrukturelle Einrichtungen gesteckt so sind die Ausgaben dafür bis im vergangenen Jahr kontinuierlich auf EUR 27 Mio. zurückgegangen. Infrastruktur­ausgaben für die Sommersaison sind gänzlich verschwunden, nachdem sie über Jahre von eher untergeordneter Bedeutung waren.

Dass es auch anders geht, zeigt etwa die Nutzung des Aussichtsturmes am Pyramidenkogel in der Gemeinde Keutschach am Wörthersee, der sich nach einer wechselvollen Entstehungs­geschichte zu einem Publikumsmagneten mausert und die gesetzten Erwartungen übererfüllt. Er wird vor allem an jenen Tagen beansprucht, an denen die Attraktivität des Sees mangels Sonnenscheins reduziert ist.

Natürlich darf das Heil für problematische touristische Entwicklungen nicht nur in einer Investitions­lawine gesehen werden. Die Budgets der Gemeinden und Tourismusverbände sind in der Regel ausgereizt und schlecht geplante Prestigeinvestitionen haben so manche Gemeinde enorm belastet ohne den erwarteten Erfolg zu bringen. Doch wenn auf Dauer Investitionen in die Attraktivitätssteigerungen fehlen, darf man sich auch nicht über Rückgänge wundern.

Destinationen müssen sich erneuern. Nutzen wir die kurze Schrecksekunde zum Nachdenken über die sinnvolle Erneuerung des Angebotes.