Des einen Freud

Die Presse berichtete vor kurzem, dass sich die Republik seit Beginn der Finanzkrise an die fünf Milliarden Euro erspart hätte. Was für Sparer und Anleihenbesitzer ein Fluch ist, kommt den Schuldnern sehr entgegen. Die Republik zählt nun einmal zu den großen Schuldnern und kann durch negative Realzinsen die Last leichter schultern.

Zu den Profiteuren gehören zweifellos auch Branchen, die ihre Finanzierung zwangsläufig auf Fremdkapital aufbauen. Das trifft auf weite Strecken natürlich für die Tourismuswirtschaft zu.

Mussten im Durchschnitt 2008 noch 5,6 % Zinsen für das aushaftende Bankobligo bezahlt werden, sank dieser Wert auf 3 % im Jahre 2013. Alleine im Bereich der Qualitätshotellerie (Unternehmen der Drei-, Vier- und Fünf-Sterne-Kategorie) betrug die Zinseinsparung in den letzten fünf Jahren rund 1,5 Mrd. Euro. Ein durchschnittliches Vier- oder Fünf-Sterne-Hotel hat sich in diesem Zeitraum rund 350.000  Euro im Jahr erspart, ein Unternehmen der Drei-Sterne-Kategorie etwa 110.000 Euro. Diese beträchtlichen Einsparungen haben über die Jahre in Folge die Liquidität entlastet und konnten für Kapitaltilgungen oder Investitionen verwendet werden. Diese enorme Entlastung ist ein Grund dafür, dass Misserfolge in anderen Bereichen (etwa Preisdurchsetzung und Rückgang des operativen Ergebnisses) leichter verkraftet werden konnten.

Das Glück der Zinsgunst soll uns – den Auguren zufolge – noch einige Jahre erhalten bleiben. Dieses Zeitfenster gilt es jedoch zu nutzen. Letztendlich ist das operative Ergebnis die Basis für ein sinnhaftes Wirtschaften und die Bewältigung der Zukunft.