Die Finanzierungslandschaft verändert sich

Im Bankwesen ist gerade eine der größten Krisen der Nachkriegsjahre überwunden worden. Sie hat die Anfälligkeit der Finanzindustrie auf globale Ereignisse sichtbar gemacht und ein umfangreiches Regulierungspaket der Aufsichtsbehörden ausgelöst. Es wird niemand verwundern, dass als Folge beträchtliche Umwälzungen stattfinden. Treiber der Veränderung ist aber nicht nur Basel III sondern auch das Medium Internet, das sich wieder einmal als Motor von Veränderungen erweist.

Ursprünglich haben die Kreditinstitute damit begonnen, den Kundenverkehr in den Filialen zu reduzieren und durch den Bankomat und das Telebanking die Möglichkeit geschaffen, Bankgeschäfte von zuhause zu erledigen. Mittlerweile gehen die Veränderungen aber auch von den Internetprofis aus und lassen künftige Konkurrenz erwarten: Google hat eine Banklizenz erworben, Facebook will Über­weisungen möglich machen und Ebay hat Paypal als eine Alternative zu Kreditkarten­überweisungen im Internet etabliert.

Crowdfunding-Plattformen bieten sich als Finanzierungsalternative vor allem für Kleinbetriebe an, die aufgrund knapper Eigenkapitalausstattung im schematischen Bonitäts-Beurteilungsschema oftmals nicht gut abschneiden oder geforderte Sicherheiten nicht beibringen können. Für mittlere und große Unternehmen bieten sich Schuldscheindarlehen als neue Option. Börsennotierte Unternehmen haben die Anleihe wieder als Finanzierungs­instrument entdeckt. Dazu kommen noch alternative Finanzdienstleister auf den Markt, die via World-Wide-Web mehr Transparenz auf dem Kreditsektor schaffen und den Kreis der möglichen Bankpartner beträchtlich erweitern helfen.

Die Unternehmensfinanzierung durch Banken ist nicht nur im Tourismus im Umbruch. Wenn es Alternativen zur Finanzierungsquelle Bankkredit gibt, kann das eine durchaus wünschenswerte Entwicklung sein. Das Anwachsen von Optionen macht die Finanzierung jedoch zu einem Bereich, dem zweifellos in der Zukunft mehr Aufmerksamkeit zu schenken ist.