Schlafen in der Bank – Kreditinstitute werden zu Hotels

Anfang Juni wird ein weiteres neues Luxushotel – das Park Hyatt – am Hof eröffnet. Die frühere Zentrale der Länderbank wird gerade aufwändig restauriert. Derzeit sind laut Hoteldirektion 600 Bauarbeiter, 200 Kunsthandwerker und 20 akademische Restauratoren im Einsatz. Das Hotel wird über 143 Zimmer, darunter 35 Suiten, verfügen.

Das Restaurant der Luxusunterkunft wird sich „The Bank“ nennen. Auch zwei Bars, eine Lounge, ein Spa-Bereich und Veranstaltungs­räumlich­keiten sind vorgesehen. Es gibt dann auch einen Indoor-Pool: Er wird im ehemaligen Tresorraum eingerichtet.

Damit folgt auch das ehemalige Länderbankgebäude einem Trend, der sich schon seit einigen Jahren fortsetzt. Ehrwürdige, ehemalige Bankgebäude werden in Hotels umgewandelt. Bankinstitute versuchen derzeit durch Verkauf ihrer Prunkimmobilien nicht unbedingt betriebsnotwendiges Anlagevermögen und stille Reserven zu veräußern, um die durch Basel III postulierten strengeren Eigenkapitalvorschriften zu schaffen. So ein Immobilienverkauf wirkt sich ja zweifach positiv auf die neue regulatorischen Anforderungen aus: Die Veräußerungsgewinne helfen allfällige Verluste zu kompensieren und das Eigenkapital zu stärken und durch die Verkürzung der Bilanz sind wiederum die Eigenkapitalvorschriften leichter zu erfüllen.

Es war seit langem die Sorge der Hotellerie einmal gänzlich von den Banken übernommen zu werden, weil die Wirtschaftlichkeit nicht ausreicht, die Zinsen ordnungsgemäß zu bezahlen. Die Wirtschaftskrise hat zum Gegenteil geführt: Während im Wirtschaftsabschwung der Tourismus recht gut weggekommen ist, haben am Finanzsektor Konsolidierungen stattgefunden. Das hat dazu geführt, dass man sich von so mancher teurer Immobilie in bester Lage trennen musste. Die Möglichkeit alternativer Nutzung für ehemals noble Geldtempel ist beschränkt und in einigen Fällen werden wie in Wien daraus noble Hotels, wo in Zukunft Geld im Schlaf verdient wird.