Zweitwohnsitze – Empfehlungen aus der Schweiz

Die Schweizer haben nach einer mehrjährigen Diskussionsphase ein Gesetz verabschiedet, das es wert ist einer näheren Betrachtung unterzogen zu werden. Rund um die grundsätzlich bestehende Absicht den Bau von Zweiwohnsitzen massiv einzudämmen, hat man doch versucht das Zweitwohnungsgeschehen dort zu akzeptieren, wo die berühmten „kalten Betten“ vermieden werden und der Verkauf von Wohnungen mehr als eine neue Form der Mitunternehmerschaft interpretiert werden kann beziehungsweise andere gute Gründe vorliegen:

  • Zulässig ist es daher nach wie vor Wohnungen dann zu errichten, wenn sie nach der kurzen Zeit der Nutzung durch den Eigentümer wieder zur Vermietung kommen.
  • Für Beherbergungsbetriebe ist es möglich bis zu 20 % Zweitwohnungen zu errichten und zu verkaufen, wenn es für die Finanzierung erforderlich ist.
  • Für Betriebe, die mindestens 25 Jahre bestanden haben, ist die Umwidmung in Zweitwohnsitze möglich, wenn der Betrieb nicht mehr wirtschaftlich ist und auch touristisch bewirtschaftete Wohnungen nicht zweckmäßig sind.

Die Schweizer Regelungen haben wohl einige Vorteile: zum einen wird der Bau von Zweitwohnsitzen für ausschließliche Eigennutzung deutlich eingeschränkt, der Verkauf von Zweitwohnsitzen als Finanzierungsinstrument zur Aufbringung von Anlegerkapital jedoch nach wie vor ermöglicht. Der Bau von touristischen Immobilien mit einem untergeordneten Anteil von Wohnungen ist nach wie vor möglich und dort wo eine Immobilie an Ende ihrer Nutzungsdauer nicht mehr sinnvoll betrieben werden kann und die Gefahr einer Beeinträchtigung der Destination besteht, soll auch eine Umwidmung möglich sein.

Die Schweizer haben mit diesem Gesetz aus Destinationssicht vieles erreicht. Doch für den Unternehmer gilt: Der Verkauf ist unumkehrbar und daher sind sowohl die rechtlichen als auch die funktionellen Aspekte reiflich zu überlegen.