Hotel als Renditeobjekt entdeckt

Hotels haben als Renditeobjekt lange Zeit eher ein Nischendasein gefristet. Plötzlich jedoch besteht Interesse an Hotelimmobilien wie nie zuvor. Schließlich sind die wirtschaftlichen Turbulenzen noch nicht ganz beigelegt und Sparbücher aber auch langfristig sichere Anlagen – wie etwa Bundesanleihen – decken mit Mühe bestenfalls die Inflation. In dieser Situation haben große Anlegerfonds die Hotellerie entdeckt, nachdem bei Wohnungen und Gewerbeimmobilien auch nicht mehr viel zu holen war.

Als Glücksfall hat sich da erwiesen, dass in einem Hotel die Preise sehr kurzfristig angehoben werden können (wenn der Markt das zulässt). Bei Mietobjekten und Wohnungen ist die Preisanpassung wesentlich träger. In Zeiten der Krise hat sich der Tourismus überdies besser geschlagen als so manche Gewerbeimmobilie.

Wenn es auch auf den ersten Blick wie eine Lösung für Eigenkapital- und Finanzierungsprobleme der Ferienhotellerie klingt – das trifft leider über weite Strecken nicht zu. Fondsfinanzierungfähig sind nur Betriebe in einer Größe die auch eine externe Betreiberorganisation zulässt und soweit Ganzjahreskonzepte verwirklicht werden. Die Mehrzahl dieser Finanzierungen hatte zudem die Stadthotellerie im Fokus.

Sieht man es positiv, dann kann es als erfreulich gewertet werden, dass die große internationale Anlegerwelt sind auch der Hotellerie als eine Sonderform der Immobilienveranlagung zuwendet. Weniger erfreulich ist allerdings, dass gerade in Wien solange weiterinvestiert wird, bis auch dort die Renditen am Boden sind und der eine oder andere mittelständische Hotelbetrieb, der in die Jahre gekommen ist und die nächste Großinvestition durchführen sollte, mangels Wirtschaftlichkeit die Pforten schließt.