Interesse an Hotelimmobilien

Die Zeiten um Anlegerinteresse für Hotelimmobilien zu wecken scheinen günstig wie nie. Die wirtschaftlichen Turbulenzen sind noch immer nicht beigelegt und angesichts der Sparbuchzinsen steigen ohnedies meist Tränen auf aber auch langfristig sichere Anlagen – wie etwa Bundesanleihen – decken mit Mühe bestenfalls die Inflation.

Da wundert es doch nicht, dass auch Anleger gerne ihr Geld dort arbeiten lassen wollen, wo sie selbst gerne Urlaub machen. Die Schweiz hat mit ihrer Zweitwohnungsinitiative die Möglichkeit dafür stark eingeschränkt und da ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis in Österreich vermehrtes Interesse festzustellen sein wird.

Die Errichtung von Zweitwohnsitzen gemeinsam mit einem Hotel sieht vordergründig nach einer idealen Lösung für beide Vertragspartner aus. Der Hoteleigentümer kann seine  Eigenkapital­basis verbreitern und gewinnt mit den Zweitwohnungsnutzern auf Dauer Gäste, die auch die Hotelinfrastruktur nutzen und wohl auch das Restaurant frequentieren werden.

Der Wohnungsbesitzer hat sein Erspartes in eine angreifbare, vordergründig sichere und erwartungsgemäß niedrig verzinsliche Veranlagung gebracht, kann zusätzlich die Einrichtungen des Hotels nutzen, hat Hotelservice wenn immer dieser benötigt wird und die Betreuung der Immobilie ist wohl auch in guten Händen.

Was sich auf den ersten Blick wie eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten anhört, weist bei näherer Betrachtung doch einige Konfliktzonen auf: Es braucht Erfahrung um die langfristig zu erwartenden Konflikte im Beziehungsgeflecht Hotelier, Hotelgäste, Wohnungseigentümer und Destination zu vermeiden. Um die Immobilie „Hotel und Eigentums­wohnungen“ konfliktfrei „über die Zeit zu bringen“ braucht es viel Erfahrung und das Antizipieren künftiger Problemfelder. Das verständliche Interesse der Destinationen an der Vermeidung kalter Betten ist ebenfalls zu berücksichtigen.

Etwas Licht in die Sache soll da jedenfalls ein Workshop bringen, der im März im Wirtschafts­ministerium veranstaltet wird. Schließlich eignet sich nicht jede Hotelimmobilie und auch nicht jede Destination zu diesem Experiment. Richtig gemacht kann es jedoch die langfristigen Geschäftschancen durchaus verbessern und die Palette der Finanzierungsmöglichkeiten erweitern.