Der Preis bleibt Thema

Selten hat ein Thema so viel an Emotionen und Reaktionen ausgelöst wie die Bemerkungen zum erzielten Preis. Darin spiegelt sich auch die Sorge vieler Unternehmer nach einer kostendeckenden Gegenleistung für ihr Produktes wider, die erforderlich ist, um auf Dauer am Markt bestehen zu können.

Unbestritten ist, dass Online-Plattformen nur einen Teil des gesamten Buchungsgeschehens abbilden und dort keine Informationen darüber vorliegen, wie viele Stammgäste bereits durch Direktbuchungen zum Vollpreis ihren Sommer- oder Winterurlaub vereinbart haben. In den Datenbanken der Plattformen scheinen überproportional jene Unternehmen auf, die aufgrund schlechter Buchungslage zu Panikaktionen greifen. Dann kann es schon einmal vorkommen, dass es zu extremen Zugeständnissen kommt. 

Trotzdem fällt auf, dass die bisher überwiegend mit guten Preisen angebotene Wintersaison mit dem Skifahren als Kernaktivität, für die es international wenig Konkurrenz gibt, zunehmend aus der Komfortzone verdrängt wird. Alternativ zum Urlaub im Schnee sind mittlerweile auch ein Wellnessurlaub oder Destinationen wie Dubai, Sri Lanka oder Mexiko denkbar geworden. Dieser ist vom gesamten Urlaubsbudget her betrachtet, in vielen Fällen kaum teurer zu haben als ein Skiurlaub. In der von der WKO im Jänner dieses Jahres präsentierten Market-Umfrage wird auch das Fehlen von preisgünstigen Winterurlaubsangeboten in Österreich von den Befragten als Defizit wahrgenommen.

Im vergangenen Sommer hat schon so mancher Betrieb noch weit vor Saisonbeginn damit begonnen Hochsaisonzeiten über Billiganbieter zu offerieren. So hat Kohl & Partner schon im vergangenen Jahr davor gewarnt, unüberlegte Diskontangebote zu machen, schlägt sich doch eine Preisreduktion von 10 % mit durchschnittlich 17 % im wirtschaftlichen Ergebnis nieder. Preiszugeständnisse auf Buchungsplattformen mit einem günstigeren Angebot als auf der eigenen Website müssen der Vergangenheit angehören. Das attraktivste Angebot muss über die eigene Homepage kommen, wo der Gast sich in der Regel Detailinformationen holt. Dort müssen besondere Angebote attraktiv dargestellt werden und die „Usability“ muss stimmen, denn auch die einfache Handhabung des Buchungsvorganges ist oft entscheidend.

Ein Kommentar von Gerti Gruber bringt die aktuellen Schwierigkeiten vieler Hotels auf den Punkt: Das Hotel gerät zwischen die Mühlen: Auf der einen Seite die Bewertungsportale, die dem Ruf des Gastes nach immer höherer Qualität Nachdruck verleihen, auf der anderen Seite die Buchungsportale, die die Ansprüche an günstigem Urlaub durchsetzen. Dazwischen wird der Pfad der Wirtschaftlichkeit für die Hotellerie immer enger.