Der Tourismus ist krisenfest

Anlässlich der Eröffnung der ÖHV-Tagung in Wels hat Landeshauptmann Pühringer auf die stabilisierende Rolle des Tourismus im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise hingewiesen. Während andere Branche Umsatzeinbrüche von bis zu 50 % hinnehmen mussten, haben sich die Nächtigungen in der heimischen Hotellerie kontinuierlich weiterentwickelt. Der Wirtschaftsforscher Keuschnigg hat es zumindest teilweise mit dem Angstverhalten der deutschen Nachbarn erklärt, die anlässlich wirtschaftlicher Turbulenzen dazu neigen, eher in der Heimat oder im nahen Ausland zu urlauben, während sie in Zeiten der Prosperität vermehrt auf Fernreiseangebote zugreifen.

Die Insolvenzen in der Gesamtwirtschaft schnellten am Höhepunkt der Krise 2009 um 9,2 % in die Höhe. Dagegen ist der Zuwachs an Firmen der Hotellerie und Gastronomie, die in die Zahlungsunfähigkeit abrutschten, in mit 0,6 % erfreulich bescheiden. In der Folge fiel auch der Rückgang der Insolvenzen im Zuge der Festigung der Konjunktur in der Tourismuswirtschaft etwas bescheidener aus, zeigte im Wesentlichen aber ein ähnliches Bild einer kontinuierlichen Stabilisierung. Das niedrige Zinsniveau hat wohl auch dazu beigetragen den wirtschaftlichen Abschwung erträglicher zu gestalten.

Auch die über weite Strecken überdurchschnittliche Investitionsbereitschaft der Tourismus­wirtschaft hat sich stabilisierend für die Gesamtwirtschaft ausgewirkt und da rund 96 % der touristischen Investitionen an inländische Auftragnehmer gehen, ist die Beschäftigungswirkung der Investitionsausgaben ein wichtiger Beitrag zur Konjunkturstabilisierung.

Nachdem noch zu erfahren war, dass trotz schwieriger Rahmenbedingungen 4000 neue Arbeitsplätze im Tourismus geschaffen wurden, besteht wohl ausreichend Grund zu etwas Stolz und Selbstbewusstsein. Möge die Politik dieses Wissen bei künftigen Überlegungen einbeziehen, wenn das Ausmaß der Lohnnebenkosten oder neuer Substanzsteuern zur Debatte stehen.