Tourismusland Österreich

Zum Nationalfeiertag hat „Die Presse“ auch das Tourismusland Österreich unter die journalistische Lupe genommen und kommt zu dem Befund: „Dem Tourismusland Österreich geht es gut.“ Obwohl sich Österreich schon seit Jahrzehnten als Tourismusweltmeister bezeichnet, hat es unter der Oberfläche erhebliche Veränderungen gegeben. Was der Sommertourismus verlor, hat der Winter- und Städtetourismus wieder mehr als wettgemacht.

Bei etwas näherer Betrachtung sind auch diverse Problemfelder ersichtlich: Da glaubte man dem Diktat der Reisebüros entkommen zu sein, deren Vermittlungsgebühren ziemlich in die Erträge gegangen sind, schon ist man dem Obolus ausgesetzt, der von Online-Plattformen verlangt wird. Klassische Wege der Buchung sind zunehmend in den Hintergrund getreten. Personalknappheit, ausgeprägte Saisonalität, Betriebsgrößendefizite, neue Regulative auf den Finanzmärkten, Bedarf nach immer größeren Werbeanstrengungen und ein Wettbewerbsdruck resultierend aus der immer globalisierter und transparenter werdenden Welt machen zunehmend das Leben schwer.

Dabei hat man zumindest in der langfristigen Betrachtung eine erstaunliche Wandlungs­fähigkeit gezeigt: Heute ist der Tourismus jener Wirtschaftszweig, der das Internet im Vertrieb am ausgiebigsten nutzt. Die Bereinigung der Unzahl von Tourismusverbänden wurde massiv vorangetrieben und damit die Schlagkraft auf den Märkten verbessert. Um die Klein­strukturiertheit zu umgehen, hat man erstaunliche Bereitschaft zu Kooperationen gezeigt. Allein durch die von der Tourismusbank im Auftrag des BMWFJ durchgeführte TOP-Tourismus-Kooperationsförderung wurden mehr als 60 % der gewerblichen Betten erfasst. So stellt sich vor allem die Hotellerie als ein über weite Strecken moderner Wirtschaftszweig dar.

Das Stichwort Innovation ist aus Sicht von Experten maßgeblich für eine erfolgreiche wirtschaftliche Zukunft. Soll es dem Tourismusland Österreich weiter gut gehen, sind fortgesetzte Innovationen der zentrale Angelpunkt. Der Erlebnis- und Kundennutzen sollte dabei im Mittelpunkt stehen. Auf einzelbetrieblicher Ebene ist Innovation derzeit oft nicht das Ergebnis eines geplanten und gesteuerten Prozesses sondern zufällig entstanden. Auch hier ist oft nicht der Mangel an Ideen maßgeblich sondern die Kraft sie umzusetzen oder zu finanzieren.