GOP im Keller

Über lange Jahre war es eine übliche Reaktion, wenn auf die eher magere Eigenkapitalausstattung hingewiesen wurde, den – verglichen mit anderen Branchen – überdurchschnittlich hohen operativen Überschuss (GOP) ins Treffen zu führen. Nun droht aber auch dieser Vorteil wegzufallen. Der GOP nimmt in Relation zu den Einnahmen schon seit mehreren Jahren ab und in den letzter Zeit reduzierte sich der Überschuss aus der betrieblichen Tätigkeit auch absolut und das schon im zweiten Jahr in Folge. Es ist nur dem ungewöhnlich niedrigen Zinsniveau zu verdanken, das diesen Effekt abgefedert hat, dass daraus keine ernsthaften Liquiditäts- und Rückzahlungsprobleme entstanden sind.

Berücksichtigt man zusätzlich noch den Kaufkraftverlust so beträgt der Fehlbetrag zu einem nur um die Inflation erhöhten Plan-GOP zum 2012 tatsächlich erwirtschafteten 14 %. Dieses Rentabilitätsdefizit hat aber nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf die Zahlungsfähigkeit und Liquidität der Hotelunternehmen sondern auch auf die künftige Verschuldungsfähigkeit. Der auf dem GOP fußende Ertragswert von Hotels wird in vielen Fällen zur Festlegung des Unternehmenswertes herangezogen und wenn dieser sinkt nimmt im gleichen Ausmaß auch die Fähigkeit ab, die Hotelimmobilie als Sicherheit für künftige Kreditaufnahme heranziehen zu können. Das kann angesichts der ohnedies getrübten Freude der Banken für Kreditausweitungen rasch zu einem Engpass bei der nächsten Finanzierungsrunde führen.

Es ist Feuer am Dach. Aus diesem Grund sollte der Verbesserung der Ertragskraft jedenfalls größte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Letztendlich ist sie Basis für den betrieblichen Fortbestand und die Werteinschätzung des Unternehmens.