Nur bloß nicht finanzieren

Eine im Lauf dieser Woche stattgefundene Veranstaltung zeigte wie Großbanken sich künftig die Unternehmensfinanzierung vorstellen. Nach Möglichkeit geht es vorrangig darum, Kredite nicht in die Bücher der Bank zu nehmen – und damit etwa Stabilitätsabgabe (vulgo Bankensteuer) auszulösen oder ein zusätzliches Eigenkapitalproblem heraufzubeschwören. Nein, die Banken werden ihren Kunden helfen, Anleger zu finden, die dann in Form von Anleihen oder Schuldscheindarlehen in direktem Weg die Unternehmensfinanzierung bewältigen ohne die Bilanz der Bank damit zu belasten.

Der Verdienst der Bank besteht dann nicht mehr – wie in der Vergangenheit – in der Zinsspanne sondern aus der Verrechnung von Provisionen und regulatorischer Stress kommt so nicht auf. Besteht der Kunde trotzdem auf einem Kredit ist das eben dementsprechend teuer, sind doch Eigenkapitalunterlegung, Fristentrans­formation, Bankensteuer, Risiko, Verwaltung etc. zu kalkulieren.

Banken suchen nach neuen Wegen um Unternehmen zu finanzieren und die damit verbundenen Zores zu vermeiden. Soweit so verständlich. Aber wie soll es mit den vielgepriesenen KMUs weitergehen, die aufgrund ihrer Größe die Kapitalmarktinstrumente nicht nützen können. Die sind jetzt vor die Wahl gestellt, entweder hohe Zinsen zu schlucken oder ihre Vorhaben auf freundlichere Zeiten zurückzustellen.

Basel III hat ja die Zielsetzung die Auswüchse des Finanzsystems zu beseitigen. Aber so wie es scheint hat man diese mit einem neuen und schlecht überlegten Auswuchs an Regulativen vor allem dadurch beseitigt, dass man die Geldversorgung für die Realwirtschaft abdreht oder zumindest beengt.

PS: Es mag ein kleiner Trost sein, dass mit Hilfe von Haftungsübernahme durch den Bund zumindest einige Auswirkungen gemildert werden können (Eigenkapitalunterlegung, Risiko).