Abenteuer Unternehmensgründung: Innovation – Chance oder Risiko

„Es ist nicht gesagt, dass es besser wird, wenn es anders wird, wenn es aber besser werden soll, muss es anders werden.“ (Georg Christoph Lichtenberg)

Viele Jungunternehmer der ÖHT stehen beim Schritt in die Selbständigkeit vor der Entscheidung, entweder Neues zu wagen oder auf Beständiges zu setzen. Daher stellt sich die Frage: Welche Innovationspotentiale können genutzt werden bzw. wodurch wird die Umsetzung neuartiger Konzepte erschwert?

Innovationspotentiale können in den folgenden Bereichen identifiziert werden:

  • Profilierung und Positionierung;
  • Kooperationen, Netzwerke, Cluster;
  • Authentizität, Nachhaltigkeit und Inszenierung, d.h. Einbezug von sozialen und ökologischen Aspekten in die strategische Ausrichtung des Unternehmens;
  • Internationalisierung, d.h. Anpassung des Unternehmenskonzeptes an die Bedürfnisse neuer bzw. internationaler Zielgruppen;
  • Weiterentwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien;
  • innerbetrieblicher, zwischenbetrieblicher und regionaler Wissenstransfer;
  • Prozessinnovationen und Besinnung auf Kernkompetenzen.

Um die Innovationspotenziale im österreichischen Tourismus auszuschöpfen, bedarf es nicht nur der Kreativität innovativer Unternehmen, sondern auch finanzieller Mittel. Gerade wenn eine restriktive Haltung von Banken gegenüber Noch-Nicht-Erprobtem bzw. Innovativem in der Praxis anzutreffen ist, wächst die Bedeutung des Haftungsinstrumentes der Jungunternehmerförderung der ÖHT. Innovationen braucht das Land und ein Förderauftrag besteht darin, Neuartiges im Tourismus zu unterstützen.

Doch wodurch wird die Umsetzung neuartiger Konzepte erschwert? Kohl und Partner (vgl. 2006) haben im Wesentlichen folgende Schwächen identifiziert:

  • kleingewerblicher Strukturierungsgrad;
  • zumeist geringer Eigenkapitalanteil von Jungunternehmern;
  • Zeitmangel durch hohe operative Arbeitsbelastung der Führungskräfte in touristischen Dienstleistungsunternehmen;
  • Mitarbeiterfluktuation in der Tourismuswirtschaft und der damit einhergehende Wissensverlust;
  • geringe Planungsmentalität in vielen Unternehmen;
  • mangelndes Innovationsklima in Unternehmen durch zu hohe Orientierung am Traditionellen;
  • viele Imitationen ohne ausreichende Profilierung;
  • vielfach mangelnde Kooperationsbereitschaft;
  • wenige Innovationen im Vertrieb – zu starke Konzentration auf wenige Zielmärkte.

Wiegt man Chancen und Risiken – die mit neuartigen Konzepten verbunden sind – ab, so zeigt die langjährige Praxis-Erfahrung, dass gerade Innovationen oft den Unternehmenserfolg maßgeblich begünstigen.

In diesem Sinne ist allen Jungunternehmern viel Mut bei der erfolgreichen Umsetzung von Innovationen zu wünschen.

Das Team der ÖHT freut sich darauf, Sie dabei tatkräftig zu unterstützen.