In der Preisspirale

Die aktuellen Bilanzdaten zeigen, was Mancher schon immer vermutet hat. Im Jahr 2012 sind die durchschnittlich erzielten Preise der Hotellerie gesunken. Der etwa von den Unternehmen der 4/5-Sterne-Kategorie durchschnittlich verrechnete Preis ist nominell um 4 % zurückgegangen. Die das wirtschaftliche Ergebnis meist sehr gut prognostizierende Kennzahl Revpar ist um mehr als 1 % gesunken. Im selben Zeitraum hat der (die reale Welt eher beschönigend abbildende) Verbraucherpreis-Index um 2,6 % zugenommen.

Geht man also optimistisch davon aus, dass der VPI auch für den Einkaufsgüterkorb der Hotellerie gilt, beträgt der reale Kaufkraftverlust im abgelaufenen Jahr 6,6 %. Da wundert es dann keineswegs, dass der ohnedies schon seit längerer Zeit im Sinken begriffene GOP in Relation zum Umsatz weiter auf 21 % der Einnahmen gesunken ist. Um die Hiobsbotschaften zu vervollständigen: Der GOP pro Zimmer hat damit auch einen Dämpfer erfahren und beträgt lediglich EUR 8.200,– im Jahr pro Zimmereinheit.

Im vergangenen Jahr wurde ein Rekord an Nächtigungen eingefahren. Der Tourismus ist weitaus besser als andere Wirtschaftszweige durch die Krise gekommen. Im letzten Jahr ist allerdings die Krise in das Bewusstsein mancher Unternehmer gerückt. Bei den verlangten Preisen war man zu größeren Konzessionen bereit als jemals zuvor und bei Investitionen wurde eine überraschende Zurückhaltung an den Tag gelegt. Jetzt wird es an der Zeit, die Wirtschaftlichkeit durch korrekte Preissetzung in den Griff zu bekommen und Investitionen nicht generell zu stornieren sondern sie im Einklang mit den strategischen Zielsetzungen und Kostenbewusstsein zu realisieren.