Höhe von Miet- und Pachtaufwendungen

Bei der Entscheidung für einen Unternehmensstandort sind nicht nur rechtliche Rahmen­bedingungen (Laufzeit des Miet-/Pachtverhältnisses, Kündigungsmöglichkeiten etc.), sondern vor allem die Höhe der Miet- bzw. Pachtaufwendungen ausschlaggebende Faktoren. Die ÖHT verfügt über eine der größten Datenbanken für den österreichischen Tourismus. Die daraus ersichtlichen Daten sollen eine Orientierungshilfe für neue Miet- bzw. Pachtverhältnisse sein.

Die Höhe des Miet-/Pachtzinses kann deutlich variieren, je nach Lage und Standort und auch nachdem, ob Mieter oder Vermieter die maßgeblichen Investitionen in das Gastronomieobjekt und in die diesbezügliche Einrichtung und Ausstattung tätigt.

  • Wenn der Vermieter ein voll ausgestattetes, funktionsfähiges Gastronomieunternehmen vermietet bzw. verpachtet, wird er einen dementsprechend höheren Miet-/Pachtzins vom Mieter verlangen.
  • Sollte jedoch lediglich ein leer stehendes Gebäude an einen Jungunternehmer vermietet bzw. verpachtet werden, wird eine niedrigere Miete als im vorher dargestellten Fall verrechnet werden. Jedoch wird der angehende Gastronom zusätzliche Belastungen aus den mit den erforderlichen Investitionen einhergehenden Kreditbedienungs­verpflichtungen tragen müssen.

Die im Folgenden dargestellten statistischen Daten sollen eine Orientierungshilfe bezüglich der Angemessenheit eines Miet- bzw. Pachtzinses für Gastronomen bieten. Da die Miet-/Pacht-/Leasingaufwendungen von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst werden, erscheint die Darstellung von Quartilswerten sinnvoll. Das untere Quartil umfasst jenen Wert, unterhalb dessen 25 % der in der Stichprobe enthaltenen Werte liegen. Das obere Quartil stellt jenen Punkt dar, über welchen 25 % der in der Stichprobe enthaltenen Werte liegen. Innerhalb der unteren und oberen Quartilsgrenze liegen also die Hälfte der Werte der Stichprobe und damit wird der übliche Schwankungsbereich einer Stichprobe eingegrenzt.

Eine Auswertung von Jahresabschlüssen von Gastronomieunternehmen in Wien mit 30 bis 150 Sitzplätzen zeigt, dass die Miet-/Pacht-/Leasingaufwendungen

  • im Median 9,5 %

der betrieblichen Erlöse ausmachen. Dabei betragen sie im unteren Quartil 7 % und im oberen Quartil etwas mehr als 14 % der betrieblichen Erlöse.

Der Vergleich mit den anderen Bundesländern Österreichs zeigt deutlich günstigere Werte. Hier werden Miet-/Pacht-/Leasingaufwendungen

  • im Median i.H.v. 5 %

der betrieblichen Erlöse ausgewiesen und betragen im unteren Quartil 2 % und im oberen Quartil 10 % der betrieblichen Erlöse.

Daraus wird ersichtlich, dass 25 % der in der obigen Auswertung erfassten Gastronomie­unternehmen weniger als 7 % (Wien) bzw. 2 % (Bundesländer) der betrieblichen Erlöse für Miet-/Pacht-/Leasingverpflichtungen ausgeben. Weiters übersteigen in 25 % der vorliegenden Fälle die Miet-/Pacht-/Leasingverpflichtungen 14 % (Wien) bzw. 10 % (Bundesländer) der betrieblichen Erlöse.

Bei den oben dargestellten Werten ist zu berücksichtigen, dass in diesen Beträgen nicht nur Gebäudemieten, sondern alle Miet-/Pacht-/ Leasingaufwendungen enthalten sein können. Ebenso sind Verzerrungen aufgrund verschiedenartiger Eigentums-/Miet­konstruktionen möglich. Die Werte sind jedoch als grober Anhaltspunkt geeignet, um angehenden Jungunternehmern eine erste Orientierung zu bieten.