Abenteuer Unternehmensführung: Das Eigenkapital als Schlüssel zur Finanzierung

Wer ein Unternehmen gründen, aufbauen und vor allem in den ersten Jahren sicher über die Runden bringen will, braucht ausreichend eigenes Kapital am Start. Wird ein Unternehmen neu in die Welt gesetzt – also nicht von einem Vorgänger übernommen – ist eine Eigenkapital­­ausstattung von etwa 40 % der notwendigen Gesamtfinanzierung wünschenswert, um auf stabilen Beinen zu stehen. (Die ERP-Richtlinie sieht zwar eine Finanzierung von lediglich 25 % durch Eigenkapital vor. In diesem Fall ist jedoch eine kräftige Förderung vonnöten, um sicher die ersten Jahre überstehen zu können.)

Mit dem eigenen Geld wird auch ein deutliches Signal an die potentiellen Kreditgeber gesendet für das unternehmerische Risiko geradezustehen und dies nicht auf Banken und andere Gläubiger abzuwälzen. Eigenkapital ist so eine wesentliche Voraussetzung um an weiteres Kapital – beispielsweise von Banken – heranzukommen. In der Anlaufphase oder in Jahren mit wirtschaftlichen Turbulenzen kann es dann auch seine segensreiche Wirkung entfalten: Es sind keine Zins- oder Tilgungsverpflichtungen damit verbunden und die dann meist ohnedies angespannte Liquidität wird geschont.

Hat ein Gründer nicht genug eigenes Geld, um die notwendige Eigenkapitalhürde zu schaffen, kommen üblicherweise die drei F zum Einsatz (family, friends & fools), die dann dank ihres Anteils am Eigenkapital des Gründers mitzittern aber auch mitpartizipieren dürfen, sobald der wirtschaftliche Erfolg sich einstellt. Der Begriff „Risikokapital“ wird dann in seiner eigentlichen Bedeutung erlebt.

So wird dann das Unterfangen „Unternehmensgründung“ nicht nur ein Abenteuer für den Gründer. Es schafft für einen weiteren Personenkreis das Bewusstsein, dass etwas „Unternehmen“ nicht immer nur sorgenfreies Verdienen von Geld bedeutet, sondern es eines permanenten Einsatzes bedarf, um erfolgreich zu sein.