Die GOPs schmelzen

Nach den erfreulichen Ergebnissen der Nächtigungsbilanz des vergangenen Jahres wird zu recht immer wieder darauf hingewiesen, dass der eine oder andere Wermutstropfen noch zu schlucken sind wird. Eines der demnächst aufbrechenden Problemfelder betrifft die künftigen Erträge.

Bisher war nur die Umsatzrentabilität (Gross Operating Profit in Relation zu den Einnahmen) rückläufig, während aufgrund des Umsatzwachstums der Unternehmen und der Inflation der GOP in absoluten Ziffern zugenommen hatte. Jetzt sinkt erstmals der GOP auch absolut und damit ist der Liquiditätszustrom in die Kasse der Unternehmen kleiner geworden. Das kann rasch fatale Auswirkungen auf die Zahlungsfähigkeit haben.

 

 

2010

2011

GOP/Zimmer 3-Stern-Kategorie

4.923

4.820

GOP/Zimmer 45-Stern-Kategorie

8.744

8.635

 

Als Hauptproblem sind die nicht kostendeckenden Preise anzusehen, die am Markt zu erzielen sind. Dabei sind die durch das Internet verursachte verbesserte Transparenz und die von den verschiedenen Suchmaschinen­betreibern eingeforderten Provisionen mit ein Grund. Kostenfaktoren wie Personalaufwand, Energie und der gestiegene Vermarktungsaufwand sind ebenso verantwortlich für das sinkende Ergebnis.

Im vergangenen Jahr wurde das rückläufige operative Ergebnis von den ebenfalls gesunkenen Zinsen mehr als wettgemacht. Aber bei mittlerweile langsam steigenden Fremdkapital­kosten werden die aus sinkender Umsatzrentabilität resultierenden Probleme bald sichtbar werden.

Hat das bisherige Augenmerk der Unternehmer offenbar vor allem dem Halten und Steigern der Auslastung gegolten, so ist in Zukunft die Preisdurchsetzung in den Mittelpunkt zu stellen. Gelingt es den Unternehmenskapitänen nicht die Erosion der Erträge aufzuhalten, wird eine Branche, die sich in den vergangenen Krisenjahren hervorragend geschlagen hat, demnächst mit hohen Wellen konfrontiert sein.