Mitterlehner im Glück – 130 Mio. Nächtigungen

Kurz nach dem Kongress der ÖHV, wo BM Mitterlehner als der „Tourismusminister“ viel Applaus der Unternehmerschaft ernten konnten, folgte eine Sensation. Im vergangenen Jahr wurden um fast fünf Millionen Nächtigungen mehr als im Vorjahr erzielt und die Grenze von 130 Mio. überschritten. Trotz der negativen Konjunktursignale und trotz eines dramatischen Rückganges der Nächtigungen etwa in Italien hat der heimische Tourismus einen Zuwachs von 4 % erreichen können. Die Nächtigungen von Ausländern haben sogar um 4,8 % zugenommen.

Bemerkenswert ist dabei auch die Tatsache, dass die zusätzlichen Nächtigungen mit weniger Betten erreicht werden konnten. Die gewerblichen Betten sind bezogen auf das Jahr 2000 um 5 % zurückgegangen (wenn auch innerhalb der Kategorien ein beträchtlicher Umbau stattgefunden hat) und damit ist die Auslastung kräftig angestiegen.

Möglich wurde das durch eine bessere Auslastung in den Nebensaisonen, wobei vor allem der Nächtigungsmagnet Wien und der Thermen- und Wellnesstourismus punkten konnten. Österreichs Hotellerie ist auf dem Weg zum Ganzjahrestourismus. Im Qualitätssegment haben die Betriebe mittlerweile 300 Tage offen. Die in den vergangenen Jahren geschaffenen Zusatzeinrichtungen wie Hallenbäder, Wellness- und Seminarkapazitäten tragen zur nötigen Belebung der Nebensaison bei.

Die Ergebnisse zeigen, dass die bisherige Strategie richtig war. Aber nach dem Rausch der Freudenfeier müssen wir uns an die Aufgaben der Zukunft machen: Die Preise sind nicht kostendeckend, der Klimawandel bringt Veränderungen und die Finanzierung von Infrastruktur wird schwieriger, weil knappe öffentliche Kassen und restriktivere regulatorische Rahmenbedingungen für Banken deren Finanzierungsbereitschaft einschränken.