60 Jahre und kein bisschen leise

Die ÖHV hat heute ihren alljährlichen Kongress begonnen, der in der Wiener Hofburg begangen wird und prominente Gratulanten zu Wort kommen ließ. Bundespräsident Fischer und der mit viel Applaus bedachte „Tourismusminister“ Reinhold Mitterlehner haben einen weiten Bogen gespannt vom bitterarmen Nachkriegsösterreich, wo die Kalorien­beschränkung für Gäste aufgehoben wurde (die damals für Österreicher galt) bis zu der Tourismusindustrie von heute, die Arbeitgeber und Wohlstandsbringer für Viele ist und unter vielem anderen heute Reduktionskost anbietet, um wohlstandsverwöhnte Bürger zum gewünschten Body-Maß-Index zu verhelfen.

Die scheidenden ÖHV-Präsidenten Peer und Schellhorn haben markant und provokant wie immer die Bühne verlassen. Das neue Führungsduo Gregor Hoch und Michaela Reitterer haben einen überzeugenden Einstand geliefert.

Der heutige Nachmittag hat dann auch gleich gezeigt, wozu eine Interessensvertretung nötig ist. Einer marktbeherrschenden Macht von Google und Co. kann nur mit vereinten Kräften begegnet werden. Die Welt dreht sich in rasantem Tempo weiter und die Hotelhomepage von gestern wird möglicher­weise schon von den modernen Suchmaschinen nicht mehr gefunden und wer nur allein auf den Internet-Auftritt von heute setzt ist bereits wieder von gestern. Denn morgen aber spätestens übermorgen sind mobile Applikationen erforderlich, um gesucht und gefunden zu werden.

Aber nicht nur der Online-Buchungsmarkt sondern auch neue Steuer- und Sozialgesetzgebung, Ferienzeitregelungen, Ausländerbeschäftigung und viele andere Rahmenbedingungen für die Wirtschaft beeinflussen das Wohl und Wehe der Tourismuswirtschaft. Eine Stimme, die mahnt, aufzeigt und von den Entscheidungsträgern ernst genommen wird, ist wichtiger Garant für unsere Zukunft.