Die Krise war nicht notwendig

Seit Monaten und Jahren begleitet die Finanzkrise die aktuelle Berichterstattung in den Medien. Die sogenannten Subprimekrise nordamerikanischer Banken war der Anstoß und hat die Investmentbank Lehman Brothers weggewischt. Sie wurde in der Folge zu einer Staatsschuldenkrise und hat mittlerweile neben mehreren Ländern der Welt die USA und auch Europa soweit im Griff, dass sogar das Auseinanderbrechen des Euros droht und Mängel in der Konstruktion der Europawährung (Eurokrise) sichtbar werden. 

Ein Bericht in der FAZ bringt eine neue Sichtweise. Die Abwicklung der Insolvenz von Lehman Deutschland wird eine Masse von stolzen 15 Mrd. Euro und damit eine Quote von etwa 80 % der Forderungen erbringen. Die Auswirkungen der Krise und der erwartete ökonomische Flächenbrand waren offenbar bei weitem überschätzt worden. Die Angst vor der Krise hat die Krise ausgelöst. In der Folge wurde das Übergewicht des Finanzsektors in einigen europäischen Volkswirtschaften aber auch das andauernde Ignorieren der vereinbarten Maastricht-Kriterien (über Jahre in Folge auch durch Österreich) bloßgelegt.

Es ist heute eine müßige Übung darüber nachzudenken, wie man mit dem Informations­stand von heute wohl anders reagieren hätte können: keine Panik, keine hektischen Staatsaktionen, keine Vertrauenskrise.

Dafür überschaubare Problemzonen in Europa mit Griechenland als Brandherd und Spanien und Portugal mit einigen Rauchwolken. Wie heißt es so schön? „Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben.“