Hotellerie hat trotz Wirtschaftskrise Bonität verbessert

Das aktuelle Investment-Ranking des Beratungsunternehmens Horwath sieht die österreichische Hotellerie auf Wachstumskurs. Die Wirtschaftskrise ist weggesteckt und die Übernachtungszahlen sind beinahe rekordverdächtig.

Kann das angesichts des ständig beklagten Preisverfalls und des sinkenden GOPs zutreffend sein? Eine Überprüfung anhand der bei der Tourismusbank vorliegenden Bilanzdaten bestätigt weitgehend dieses überraschende Bild. Unabhängig vom gewählten Bonitätsmaßstab hat sich die wirtschaftliche Stabilität seit dem Jahr 2008 verbessert. Zieht man das Eigenkapital als Maßstab heran, so sind alle Unternehmen der Qualitätshotellerie mittlerweile im Plus. Werden dynamische Größen betrachtet – wie etwa die im URG festgelegte Kennzahl Fremdkapital/Cashflow (Entschuldungsdauer) so war am Beginn der Wirtschaftskrise eine fast schwindelerregende Entschuldungsdauer von beinahe 17 Jahren festzustellen. Diese ist jetzt auf erträgliche 14 Jahre gesunken.

Der Grund dafür liegt in den niedrigen Zinsen. Mussten im Durchschnitt 2008 noch 5,6 % Zinsen für das aushaftende Bankobligo bezahlt werden, sank dieser Wert auf 3,2 % im Jahre 2011. Im selben Zeitraum ist auch die Zinsbelastung gemessen am Umsatz von 8,3 % auf freundliche 5,6 % zurückgegangen.

Alleine im Bereich der Qualitätshotellerie (Unternehmen der 3-, 4- und 5-Sterne-Hotellerie) ist die Zinseinsparung etwa im Bereich von EUR 300 Mio. insgesamt gelegen. Das durchschnittliche Unternehmen der 4/5-Sterne-Hotellerie hat sich dabei etwa EUR 74.000 im Jahr erspart, ein Unternehmen der 3-Sterne-Kategorie etwa EUR 24.000. Die beträchtlichen eingesparten Beträge haben die Liquidität entlastet und konnten für Kapitaltilgungen oder Investitionen verwendet werden.

Jetzt gilt es das Glück der Zinsgunst für Konsolidierungen und Fremdkapitalabbau zu nutzen. Den Voraussagen der Auguren zufolge soll nämlich ab Mitte 2015 die Phase der Niedrigzinsen zu Ende gehen.