Die Unternehmensfinanzierung hat sich verändert

Heute hat in der OeNB ein prominent besetztes Podium zur Zukunft der Kreditwirtschaft diskutiert. Scheinbar ist noch nie in so kurzer Zeit so eine Fülle von Neuerungen auf die Geldwirtschaft hereingebrochen. Da ist Basel II noch nicht verdaut und vollinhaltlich umgesetzt, da macht sich die Aufsicht auch schon wieder daran, mit Basel III weitere Pflichten einzuführen. Alles natürlich mit bester Absicht und die Stabilität des Finanzsystems sollte einige Anstrengungen wert sein. Aber die Umsetzung der neuen Regulative kostet Zeit und Geld und davon sogar sehr viel und letztendlich müssen ja nicht nur die nationalen Aufsichtsbehörden finanziert werden sondern bald wohl auch die demnächst kommende europaweite. Diese soll zwar nur die großen grenzüberschreitend tätigen Institute beaufsichtigen, während die kleineren nach wie vor national überwacht werden. (Könnte es nicht sein, dass da wieder kräftig Doppelstrukturen errichtet werden?)

So gut gemeint diese Bestrebungen auch alle sein mögen. Es sollte zu denken geben, dass die Unternehmensanleihen für mittlere und große Unternehmen zurzeit einen wahren Boom erleben und der Kapitalmarktfinanzierung eine attraktive Zukunft prophezeit wird.

Dies wohl auch deshalb, weil die Banken vor allem damit beschäftigt sind, sich für eine ungewisse Zukunft und neue bürokratische Hürden zu rüsten. Da bleibt dann wenig Zeit, der ureigenen Aufgabe nachzukommen, die Volkswirtschaft mit Geld zu versorgen und vor allem jene Bereiche, die eindeutig zu klein für die Börse oder die Begebung von Anleihen sind – die KMUs.