Budget oder Luxus – Wer hat die Nase vorn bei der Rentabilität?

Österreich ist dabei, sich mehr und mehr zum Qualitätsurlaubsland zu entwickeln. Während seit dem Jahr 2000 die Unternehmen der 2/1-Sterne-Kategorie um fast ein Drittel abge­nommen haben, ist die Zahl der Unternehmen der Qualitätshotellerie (4/5-Sterne-Qualität) um 37 % gestiegen. Ist der Grund für die Attraktivität des Qualitätssektors in der besseren wirtschaftlichen Rentabilität zu suchen oder geht es mehr um das Prestige, ein Unter­nehmen der besseren Qualität zu führen, weil es dem eigenen Selbstbewusstsein gut tut?

Die bei der Tourismusbank vorliegenden Daten erlauben einen Blick hinter den Vorhang in Hinblick auf die 3- bzw. der 4/5-Sterne-Hotellerie, weil dafür eine ausreichende Datendichte vorliegt. Da ist das Ergebnis einer langen Zeitreihe sehr eindeutig. Zu diesem Zweck wurde die Kennzahl „Return on Assets“ herangezogen, die den Gewinn zusammen mit den geleisteten Zinsen in Relation zum gesamten Vermögen setzt und somit eine Art von Gesamtkapitalrendite zeigt.

Seit dem Jahr 2000 ist die Kennzahl „Return on Assets“ der 3-Sterne-Hotellerie kontinuierlich und markant über jener der 4/5-Sterne-Unternehmen. Dieses unerwartete Ergebnis ist nur dadurch zu erklären, dass in der 3-Sterne-Hotellerie nicht nur das wirt­schaft­liche Ergebnis geringer ausfällt, sondern auch der Kapitaleinsatz merklich kleiner ist.

Liegt etwa der durchschnittliche GOP pro Zimmer der 3-Sterne-Hotellerie um 33 % unter dem eines 4/5-Sterne-Unternehmens ist der Kapitaleinsatz um 38 % niedriger. Dem niedrigeren Ergebnis stehen auch deutlich niedrigere Kapitalkosten gegenüber.

Welche allgemeinen Überlegungen lassen sich aus dieser Erkenntnis gewinnen?

  • Es muss nicht unbedingt Luxusklasse sein. Die Mittelklasse hat durchaus die Chance auf wirtschaftlichen Erfolg. Der Aufstieg der Budgethotellerie ist ein Hinweis darauf.
  • Bei Investitionen sollte generell auf möglichst sinnvollen Einsatz der Investitions­kosten geachtet werden. Ein schlankes Raum- und Funktionsprogramm spart sowohl Investitions- als auch Betriebskosten.
  • Flächen für Gänge, Halle und Zimmer sind im Hinblick auf ein angestrebtes Qualitäts- und Preisniveau zu optimieren.
  • Flächen für Wellness- und Zusatzeinrichtungen sind nach der erwarteten Frequenz und Nutzung auszulegen und vor allem im Hinblick auf Räume zu optimieren, die auch Einnahmen (Massage, Behandlungen) erzielen.

Um es kurz und bündig zu sagen: Schlanksein macht sich auch in der Wirtschaft bezahlt.