Sind die KMUs investitionsmüde?

Das Wirtschaftsblatt berichtet in seiner heutigen Ausgabe, dass KMUs ihre Investitionen gedrosselt haben. Da lohnt sich ein Rückblick auf das erste Halbjahr 2012.

Aus den bei der Tourismusbank vorliegenden Anträgen wird heuer kein Rekordjahr zu verzeichnen sein, aber das recht investitionsfreudige Jahr 2011 wird beinahe wieder erreicht. Also eine Ermüdung sieht jedenfalls anders aus; aber die Konjunktur im Tourismus hat sich schon oft von der Gesamtwirtschaft abgehoben.

In der Investitionshitliste ist Betriebgrößenoptimierung weiter Nummer Eins, schließlich bedeuten mehr Betten allemal mehr Einnahmen und damit GOP. Um im Konkurrenzkampf bestehen zu können, werden international vermarktbare Betriebsgrößen angestrebt, die mit ihrer umfangreichen Zusatzausstattung, wie Seminareinrichtungen, Wellness- und Beautyanlagen auch länger offenhalten können und im besten Fall zu Ganzjahresbetrieben werden.

An zweiter Stelle folgt die Qualitätsverbesserung. Der harte Wettbewerbsdruck aber auch der immer kürzer werdende Produktlebenszyklus touristischer Produkte zwingt wesentlich öfter zu Erneuerungsinvestitionen und fordert Innovationen. Weiterhin und schon seit mehreren Jahren rückläufig ist der Wellnesstrend, da in den vergangenen Jahren bereits umfangreiche Einrichtungen verwirklicht wurden.

Der überraschende Newcomer in der Investitionshitliste sind jedoch die Personal­unterkünfte, die im ersten Halbjahr eine enorme Steigerung von einem Prozent der Gesamtinvestitionen 2005 auf  immerhin 8 % im heurigen Jahr verzeichnen konnten.

Damit kommen auf die Mitarbeiter demnächst gute Zeiten zu.