Banken werden zu Hotels

Es war seit langem die Sorge der Hotellerie einmal gänzlich von den Banken übernommen zu werden, weil die Wirtschaftlichkeit nicht ausreicht, die Zinsen ordnungsgemäß zu bezahlen. Die Finanzkrise zeigt, dass es durchaus auch umgekehrt funktionieren kann.

Während im Wirtschaftsabschwung der Tourismus recht gut weggekommen ist, haben am Finanzsektor beträchtliche Konzentrationen und Konsolidierungen stattgefunden. Das hat dazu geführt, dass man sich von so mancher teurer Immobilie in bester Lage trennen musste. Die Möglichkeit alternativer Nutzung für ehemals noble Geldtempel ist beschränkt und in einigen Fällen werden in Wien daraus noble Hotels (Steigenberger ehemals ÖCI, Ritz Carlton ehemals Girozentrale und Park Hyatt in der ehemaligen Länderbank).

Die immer urbaner werdende europäische Bevölkerung lässt den Städtetourismus weiter wachsen und so nähert sich Wien einem Angebot von rund 60.000 Betten. Mit der Börse, wo demnächst ein Kempinski entstehen soll, sind es in Wien dann bereits vier ehemalige Geldhäuser, wo künftig Geld im Schlaf verdient werden soll und in den ehemaligen Tresorräumen werden Spas eingerichtet, wo dann betuchte Gäste und nicht mehr Bankmitarbeiter ins Schwitzen kommen.