Unsicherer Finanzmarkt macht Haftungen attraktiv

Die Wirtschaftsnachrichten der Zeitungen sind täglich von neuen Hiobsbotschaften auf den Finanzmärkten dominiert. Kaum ein Tag vergeht ohne Katastrophenmeldungen. Euro-Rettungsschirm, EBA und ESM und neue europäische Finanzarchitektur, der mögliche Austritt Griechenlands oder Spaniens aus der Gemeinschaftswährung und auch neue Bedrohungen wie Basel III und Bankensteuer sorgen dafür, dass Unsicherheit herrscht und die Kreditinstitute begreiflicherweise mit erhöhter Vorsicht in die Zukunft blicken.

Daher ist es keineswegs verwunderlich, dass Haftungen des Bundes für Banken wieder neue Attraktivität erhalten. Eine Haftungsübernahme hat ja gleich mehrere Vorteile für ein Kreditinstitut und diese sollten in der Folge auch zu einem Vorteil für den Haftungsnehmer führen:

  • Risikoübernahme: Das Risiko eines Ausfalls wird im Umfang der übernommenen Haftung in letzter Konsequenz vom Bund getragen. Bei Eintritt eines Haftungsfalles wird nach kurzer Prüfung der anteilige Betrag aus der Bundeshaftung angewiesen.
  • Eigenkapitalunterlegung: Soweit kein Risiko vorliegt, kann auch die sonst bei Krediten erforderliche Eigenkapitalunterlegung entfallen. Ein zweiter wichtiger Kostenfaktor  bei der Kalkulation der Zinsen wird damit auf Null gestellt.
  • Großkredit-Evidenz: Sollte die Bank bereits mehrere Kredite eines Kunden in den Büchern haben und damit ein Großkreditproblem entstehen, so entfällt im Umfang der Haftungsübernahme auch hier die Anrechnung.
  • Günstigere Kreditkonditionen: Diese Vorteile sollten letztendlich dazu führen, dass dem Kreditnehmer ein günstigerer Kredit angeboten werden kann. Die Attraktivität des Kredit-Angebotes der Bank wird dadurch zunehmen.

Dem steht natürlich der Nachteil der Bearbeitung des Haftungsantrages und der Leistung der Haftungsprovision durch den Kunden gegenüber. In einer Gesamtbetrachtung sollte jedoch der Vorteil überwiegen und letztendlich gilt: ABSICHERN beruhigt.