Immobilienblase in Spanien verteuert Tourismusfinanzierung

Nach monatelangem Gezerre wird sich Spanien nun doch unter den Euro-Rettungsschirm begeben. Eine Kapitalzufuhr von mehr als 60 Mrd. Euro ist wahrscheinlich erforderlich um die Banken, die sich durch ungebremste Immobilienfinanzierung in Schwierigkeiten gebracht haben, zu stabilisieren. Dem könnten wir aus österreichischer Sicht recht gelassen gegenüberstehen, wären nicht die Finanzmärkte sosehr globalisiert, dass die südeuropäischen Turbulenzen nicht auch die heimische Tourismuswirtschaft zu spüren bekäme.

Während das Zinsniveau insgesamt dank ständiger Interventionen der EZB niedrig gehalten wird, sind die Aufschläge vor allem für langfristige Finanzierung völlig unberechenbar und extrem volatil und führen dazu, dass langfristige Kredite entweder ungewöhnlich teuer oder überhaupt nicht verfügbar sind. Das wiederum hat zur Folge, dass entweder Investitionsprojekte in der Hotellerie aber auch im Wohnbau mit kürzeren Laufzeiten als in der Vergangenheit finanziert werden oder Banken sich gezwungen sehen, langfristige Finanzierungen kurz- bis mittelfristig zu refinanzieren. Das könnte – sollten sich die Finanzmärkte nicht beruhigen – mittelfristig ein weiteres künftiges Problemfeld und diesmal für heimische Banken aufmachen.

Die österreichische Finanzierungswelt hat enorm durch den Euro profitiert, der ein insgesamt niedriges Zinsniveau und wesentliche Vereinfachungen gerade für einen exportorientierten Wirtschaftszweig gebracht hat. Aber es ist wohl auch eine der verzichtbaren Auswirkung der Verflechtung der Finanzmärkte, dass weit überzogene Spekulationen in Spanien zu einer Verteuerung der Finanzierung für heimische Tourismusunternehmen führen.