In der Qualitätssackgasse?

Die jüngsten Ergebnisse der Statistik Austria zeigen, dass Österreich weiter zügig den Weg in Richtung Qualitätshotellerie fortsetzt. Im Jahr 2011 hat das Bettenangebot der 4/5-Sterne-Hotellerie um mehr als 2 % weiter zugenommen, während die Zahl der 3-Sterne-Betten stagnierte. Das Angebot der 2/1-Sterne-Kategorie war mit einem Minus von fast 3 % weiter rückläufig.

Der Umbau in Richtung eines qualitativ hochwertigen Angebotes schreitet voran, aber die Frage ist wohl berechtigt, ob immer nach der höchsten Qualität gestrebt werden muss. Die Zahlen der Tourismusbank geben da zu denken:

Geht man von einem durchschnittlichen GOP/Zimmer in der 4/5-Sterne-Hotellerie von 8.700 Euro und von durchschnittlichen Errichtungskosten eines solchen Zimmers von 190.000 Euro aus, errechnet sich eine Kapitalverzinsung von 4,6 %.

Bei einem durchschnittlichen GOP/Zimmer in der 3-Sterne-Hotellerie von 4.400 Euro und einem durchschnittlichen Errichtungspreis von 90.000 Euro pro Zimmer erreicht man eine deutlich höhere Kapital­verzinsung nämlich von 4,9 %.

Unbestritten ist, dass in der Hotellerie der obersten Qualitätsklassen bessere Auslastungen, höhere Preise und auch ein absolut besseres Ergebnis pro Zimmer erreicht werden. Die mittlerweile jedoch überbordenden Investitionskosten, die erforderlich sind, um in dieser Qualitätsklasse mitzupunkten lassen hier jedoch die Rentabilitäts-Bäume nicht in den Himmel wachsen.

Nicht immer muss man daher danach trachten unbedingt in der obersten Qualitätsebene vertreten zu sein. Wenn es darum geht, wirtschaftlich erfolgreich im Sinne einer Verzinsung des eingesetzten Kapitals zu sein, so ist ein ökonomisch errichteter bzw. weiter entwickelter Drei-Stern-Betrieb in vielen Fällen sogar die bessere Wahl. Das kräftig zunehmende Angebot im Budget-Sektor beruht wohl auf ähnlichen Überlegungen. Das Ergebnis kann aber auch als eine Empfehlung dahingehend aufgefasst werden, bei Investitionen in der Qualitätshotellerie mehr das Kosten-Nutzen-Verhältnis und weniger das Prestige des Besitzers im Auge zu behalten.