Mit dem Rad durch Österreich

Sportliche, bewegungsaktive Urlaubsformen stehen bei vielen Menschen im Mittelpunkt der Planung für die schönsten Wochen im Jahr. Dabei erfreut sich das Radfahren weiter zunehmender Beliebtheit. Aus diesem Grund ist auch die Ausrichtung auf radfahrfreundliche Unterkünfte der erste Schwerpunkt, den Minister Mitterlehner vorgesehen hat.

Das Angebot an Radwegen in Österreich umfasst rund 11.000 Kilometer, die teils schon über eine sehr gute Infrastruktur verfügen. Dieses qualitativ hohe Niveau wurde im März auch im Rahmen der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin (ITB) vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) gewürdigt. Sechs österreichische Radrouten wurden als die ersten ADFC-Qualitäts­radrouten im Ausland ausgezeichnet. Dabei wurden der Donauradweg zwischen Passau und Wien sowie der Drau-, Mur-, Tauern- und Traisentalradweg mit vier von fünf möglichen Sternen ausgezeichnet. Der Neusiedler See-Radweg erreichte sogar Fünf-Sterne-Niveau.

Wer immer sich jedoch auf Radfahrer einstellt, sollte sich über seine spezielle Zielgruppe im Klaren sein. Radfahrer ist ja nicht gleich Radfahrer. Da gibt es Rennradfahrer, Tourenfahrer, Mountainbiker, Alpencrosser, Freerider, Downhiller und die seltenere Spezies der Crossbiker oder der Teilnehmer an Radevents oder Sport-Grossereignissen wie Triathlon oder gar Ironmen und jeder hat so seine speziellen Bedürfnisse.

Um die ansonsten weitgehend pflegeleichten Gäste glücklich zu machen, sind natürlich einige Annehmlichkeiten wünschenswert:

  • Eine absperrbare Radgarage ist schon aus Versicherungsgründen notwendig. Mit einer Schrauberecke ausgestattet (inklusive Werkzeug und einem Radmontageständer) lässt es jedes Bikerherz gleich höher schlagen.
  • Ein Waschplatz mit fließendem Wasser und Schlauch erleichtert die Reinigung enorm, wenn das Wetter nicht perfekt ist.
  • Werden traditionelle Radständer vor dem Haus oder in der Garage angeboten, dann darf man sich nicht wundern, wenn diese gemieden werden. Die wenigsten sind nämlich so entworfen, dass sie die heute üblichen Bremsscheiben nicht beeinträchtigen und eine verbogene Bremsscheibe bedeutet tagelangen Ärger oder deren kostspieligen Austausch. Ein Aufhängen der Räder am Sattel oder Vorderrad ist platzsparend und vermeidet diese Probleme.
  • Pläne für Touren in der Umgebung (unter Angabe von Kilometern, Höhenmetern und durchschnittlicher Fahrzeit) sind ebenso wünschenswert wie die Bereitstellung von GPS-Daten für diese Touren.
  • Bei GPS-Daten ist unbedingt auf einwandfreie Qualität (ausreichende Punktedichte) in den gängigen Formaten und eine gute Tourenbeschreibung als Download im pdf-Format (km, Höhenmeter, durchschnittliche Fahrzeit, Einkehrmöglichkeiten, besondere Empfehlungen) zu achten.
  • Navigationsdaten und Tourenbeschreibungen müssen nicht auf der eigenen Homepage angeboten werden. Es wäre auch eine Kooperation mit einem einschlägigen Anbieter möglich (etwa www.gps-tour.info), wo qualitativ hochwertige Touren in den üblichen Formaten bereitgestellt werden. Der Betrieb (oder die Destination) verweist dann lediglich auf diesen Anbieter und die Namen (Codes) der Touren. Trotz GPS-Dokumentation ist auch eine Versorgung der Gäste mit Karten für den Fall eines technischen Gebrechens (Batterieausfall etc.) wünschenswert.
  • Bereitstellen einer Notfallkarte (im Kreditkartenformat) mit allen wichtigen Telefonnummern für den Fall von Pannen oder eines Unfalls. Diese wird gleich beim Check-In ausgehändigt.
  • Die Verpflegung – insbesondere das Frühstück – sollte reichhaltig, vitaminreich und mit selbstgemachten oder bereitgestellten Riegeln für die Verpflegung auf Tour bereichert werden. Auch ein kohlehydratreiches Abendessen zeigt von der Einstellung auf die besonderen Erfordernisse des Sports.
  • Abholservice im Falle von Pannen oder Gepäcktransport zum nächsten Etappenort sollte möglich sein.
  • Ein für alle möglichen Fragen zuständiger Mitarbeiter im Haus (idealerweise der Inhaber), Sauna und Massageangebot und auch Wäscheservice sowie Trockenraum runden das Angebot ab.
  • Ein gutes Angebot ist aber nicht nur auf Betriebsebene allein möglich. Regionale Voraussetzungen wie gut beschilderte Touren, Bikeguide, Werkstätten und Radverleih oder der bereits angeführte Download von Touren aus dem Internet sind notwendig, wenn die Profilierung eines Radhotels erfolgreich sein soll.

Weitere Ratschläge können aus den Leitfäden des BMWFJ in gedruckter Form via E-Mail unter tourism@bmwfj.gv.at bestellt oder von der BMWFJ-Webseite (http://www.ots.at/redirect/Tourismusstudien) heruntergeladen werden.

Mehr über Ausstattung und Bedürfnisse der Spezies der Radfahrer und Beispiele finden sich unter:

http://www.bike-holidays.com/html/deu/hotels/?leistungen

http://www.gps-tour.info/

http://de.wikiloc.com/wikiloc/home.do

http://www.upmove.eu/

http://www.biken.at/

http://www.gpsies.com/

http://www.mountainbike-magazin.de/gpsdownloads

http://www.mohrenwirt.at/mountainbiken-fuschlsee.de.htm

http://www.forsthofgut.at/de/sporthotel/mountainbike/

http://www.granitland.at/