Betriebsübergabe – eine Klippe in der Unternehmensgeschichte

Familienunternehmen dominieren die heimische Tourismus- und Freizeitwirtschaft. In kaum einem anderen Wirtschaftszweig geht es so familiär zu:

  • Die durchschnittliche Betriebsgröße liegt bei 43 Betten und immerhin noch 73 % der Betriebe weisen unter 100 Betten auf.
  • Fast 42 % werden in der 2. Generation weitergegeben und weitere 40 % wurden zumindest drei Generationen in einer Familie geführt.
  • In immerhin 87 % der Unternehmen arbeiten zwei oder mehr Familienmitglieder mit.

So wird es auch leicht verständlich, dass eine Betriebsübergabe kein einfaches Geschehen ist, werden doch unternehmerische Entscheidungen von solchen der Familie verknüpft und überlagert. Bedürfnisse der Familie werden oft zurückgestellt – Familien- und Unternehmenskulturen gehen ineinander über. Familieninterne Konflikte sind daher auch eine der häufigsten Ursachen für ein Scheitern der Nachfolge.

Vom Übernehmer wird erwartet, dass er Werte und Ideale der Vorgängergeneration fortführt aber auch das Unternehmen engagiert weiterentwickelt. Dieser Spagat gelingt eher wenn

  • Übergeber und Übernehmer ihre Rolle von vornherein klar definieren
  • der Übergabeprozess rechtzeitig begonnen und zügig abgeschlossen wird
  • der vorgesehene Übernehmer/In nicht nur die Sohn/Tochter-Rolle gespielt hat, sondern im Unternehmen einen eigenen Zuständigkeits- und Verantwortungsbereich ausgefüllt oder auch in einem anderen Unternehmen Erfahrungen gesammelt hat
  • finanzielle Daten gesichtet und offengelegt werden und keine Unklarheiten über Haftungsfragen, Investitionserfordernisse oder Abschlagszahlungen an Geschwister bestehen.

Die familieninterne Diskussion muss rechtzeitig erfolgen und soll keine Tabuthemen aussparen.

Notwendige Weichenstellungen können auch von den Förderungseinrichtungen unterstützt werden, wobei gerade den Jungunternehmern/Übernehmern die größte Palette an Unterstützungsmöglichkeiten insbesondere das Haftungsinstrument offen steht.

Mehr dazu findet sich etwa auf der Homepage der Notariatskammer oder der WKO.