Zinsaufschläge steigen

Diese wenig erfreuliche Nachricht ist in letzter Zeit häufig durch die Medien gegangen und war oft mit dem Hinweis verbunden, dass die Banken wieder darangehen auf Kosten der Konsumenten und kleinen Unternehmen fette Gewinne anzuhäufen. Tatsächlich ist das Paradoxon schon bemerkenswert, dass in einer Zeit rückläufiger Geldmarktsätze – der 3-Monats-Euribor hat in letzter Zeit eine weitgehend sinkende Tendenz gezeigt – die Zinsen für neue mittel- und langfristige Kredite gestiegen sind. Der Grund dafür liegt in erhöhten Aufschlägen, die in Niedrigzinsphasen eher wenig Aufmerksamkeit erregen. Diese haben jedoch zum Großteil eine Begründung in der Bankensonderabgabe und in den neuen Eigenkapitalvorgaben für Banken, wo die Messlatte mit Basel III wieder einmal kräftig angehoben wurde.

Bei Langfristfinanzierungen kommt darüber hinaus dazu, dass das Risiko Geld über eine lange Zeitspanne zur Verfügung zu stellen, in Form der Liquiditätsaufschläge eingepreist wird (vgl. Graphik). Da ist es dann insgesamt wenig verwunderlich, dass Zinserwartung und tatsächliches Zinsangebot oft nicht zusammenpassen. Diese wenig erfreulichen Voraussetzungen gelten grundsätzlich nur für neue Kreditverträge. Bestehende Verträge werden üblicherweise auf Basis alter Rahmenbedingungen weiter geführt.

Aber beim Abschluss von neuen Verträgen erhebt sich die Frage nach den Handlungs­möglich­keiten. Da bieten sich einerseits geförderte Finanzierungen an oder – wo möglich – die Vereinbarung einer Bundeshaftung um Risikoaufschläge zu begrenzen. Für die bei touristischen Immobilien üblichen langfristigen Finanzierungen ist auch ein Langfristindikator als Bezugsbasis (etwa der 5- oder 10-Jahres-Euro-Swap-Satz allerdings mit deutlich geringeren Aufschlägen) überlegenswert.