Franken-Kreditnehmer dürfen weiter zittern

Das Neugeschäftsvolumen der Franken-Kreditnehmer hat sich nach dem Druck der FMA (Finanzmarktaufsichtsbehörde) schon seit einigen Monaten auf niedrigem Niveau stabilisiert. Seit die Schweizer Notenbank (SNB) den Wechselkurs bei 1,2 Franken für den Euro festgemacht hat, durften auch Franken-Kreditnehmer – von denen es vor allem in den westlichen Bundesländern einige gibt – kurzfristig aufatmen.

Wer etwa 2006 bei einem Kurs von 1,6 sfr einen Frankenkredit aufgenommen hat, musste bei einem zwischenzeitig nicht getilgten Kredit einen Verlust von rund 33 % hinnehmen, der auch durch den Zinsvorteil bislang nur zu einem kleinen Teil ausgeglichen werden konnte. Die Intervention der SNB hat allerdings bislang Schlimmeres verhindert. Jetzt mehren sich aber die Vermutungen, dass die SNB es sich bald nicht mehr länger leisten können wird, den stabilen Wechselkurs durch Interventionen zu stützen und dann stellt sich die bange Frage, wann es Zeit wird, aus dem risikoreichen Spiel auszusteigen.

Diese Entscheidung wird für jedes Unternehmen anders zu treffen sein und von der Risikoneigung der Unternehmer, dem Grad der Verschuldung und den Zukunfts­erwartungen abhängen. Es empfiehlt sich jedoch – allenfalls unter Beiziehung eines Experten schon jetzt basierend auf nüchternen Überlegungen eine Limit-Order festzulegen sobald ein bestimmter kritischer Kurs erreicht ist und den Kredit dann endgültig in Euro zu konvertieren. Je angespannter die eigenen finanziellen Verhältnisse sind, desto weniger sollte man sich von Bauchgefühlen leiten lassen, denn es gilt die alte Regel: Einen Fremdwährungskredit muss man sich leisten können.