Mit Bundeshaftung zur alternativen Finanzierung

Die Finanzierung der Tourismuswirtschaft war schon seit jeher fremdkapitalbetont und Eigenkapital ist nach wie vor Mangelware, auch wenn Verbesserungen zu verzeichnen sind. Neue regulatorische Vorschriften (Basel III) und die derzeitige Staatsschuldenkrise lassen Beeinträchtigungen erwarten, welche den Zugang zu Bankkrediten erschweren und deren Kosten verteuern werden. Dies gilt umso mehr als die Fremdenverkehrswirtschaft aufgrund der langen Amortisationszeiten Kredite mit langen Laufzeiten benötigt, die der Verteuerung besonders ausgesetzt sind. Angesichts der befürchteten Dimension des Zinsanstiegs werden auch bestehende Förderinstrumente nur in geringem Umfang dazu beitragen können, die zu erwartenden Kosten zu kompensieren.

Die gegenwärtige Lage am Kreditsektor wird die Kalkulation mit Fristigkeit, Risiko- und Eigenkapitalunterlegungskosten verändern. Dann wird es sich auch für die kapitalsuchende Fremdenverkehrswirtschaft mehr denn je lohnen, über eine stabile Finanzierungsstruktur zu verfügen und als Quelle des Kapitals nicht nur den Bankkredit in Betracht zu ziehen.

Beteiligungskapital, Mezzaninfinanzierungen oder hybride Kredite führen nach wie vor ein Schattendasein. Der nachrangige Kredit mit ausgewiesener Risikoträgerfunktion (und ohne klassische Besicherung etwa durch Hypothek) ist noch die Ausnahme. Auch er ist eine Finanzierungsform, deren Verzinsung an den wirtschaftlichen Erfolg gebunden ist.

Werden Alternativen zum Bankkredit gesucht, sind neue Wege zu beschreiten. Die befürchtete Verknappung von Kreditmitteln macht neue Kapitalquellen erforderlich. Diese können besser angesprochen werden, wenn dem Investor ein Teil des Risikos abgenommen wird. Für einen Großteil dieser Alternativen (soweit sie nicht klar dem Gesellschaftskapital zugerechnet werden müssen) kann eine Haftungsübernahme durch die Tourismusbank den Zugang erleichtern.